Russische Drohne trifft die Nordbrücke in Kiew
Bürgermeister Klitschko sperrt den Verkehr vom linken auf das rechte Dnipro-Ufer. Die Südbrücke war an den beiden Vortagen bereits Ziel mehrerer Angriffe.
Eine russische Drohne hat am Morgen des 3. Oktober 2026 die Nordbrücke über den Dnipro in Kiew getroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram, die Fahrbahn und die Oberleitung der Oberleitungsbusse seien beschädigt; der Verkehr vom linken auf das rechte Ufer sei gesperrt.
Die BBC berichtet unter Berufung auf Klitschko, bei dem Angriff seien zwei Menschen verletzt worden. Pendler zwischen den beiden Stadtteilen kommen über diese Querung nicht mehr in Richtung rechtes Ufer.
Der Treffer folgt Angriffen auf die Südbrücke am 1. und 2. Oktober. Klitschko hatte nach einem Einschlag am 1. Oktober auf Telegram mitgeteilt, beschädigt seien ein Brückenpfeiler, eine Leitplanke, die Fahrbahn und die Betonabsperrung der Metro; der Verkehr von U-Bahn und oberirdischem Nahverkehr über die Brücke sei gestoppt. Die Tagesschau gab diese Angaben wieder.
Am 2. Oktober traf eine weitere Drohne die bereits gesperrte Südbrücke, so Klitschko auf Telegram und Interfax-Ukraine. Auto- und U-Bahnverkehr über die Südbrücke bleiben danach ausgesetzt.
Nach einer Sitzung des Verteidigungsrats der Stadt schrieb Klitschko am 2. Oktober auf Telegram, die Hauptstadt befinde sich in einer „sehr dramatischen Situation“. „Der Feind zerreißt Kiew.“ Infrastruktur, kritische Infrastruktur, Logistik, Wohnungen und soziale Einrichtungen nannte er in demselben Beitrag.
Die Tagesschau schrieb am 3. Oktober, russische Attacken hätten am Vortag drei der sechs Straßenbrücken Kiews über den Dnipro ganz oder teilweise unpassierbar gemacht. Es kam den dritten Tag in Folge zu Staus.
In sozialen Medien verbreitete Videos sollten nach der Tagesschau den Einschlag auf der Nordbrücke zeigen, während Fahrzeuge über die Brücke fuhren; verifiziert seien die Bilder nicht.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte auf Telegram, in Kiew sei die nördliche Straßenbrücke über den Dnipro getroffen worden, die der Verlegung von Truppen und der Logistik bei der Lieferung militärischer Güter im Interesse der ukrainischen Streitkräfte diene. Die Tagesschau gab die Begründung als Erleichterung von „Truppenbewegungen und den Transport militärischer Güter“ wieder.
Das russische Außenministerium warnte in einer Erklärung vom 3. Oktober ausländische Staatsangehörige einschließlich des Personals diplomatischer Missionen erneut, Kiew und die Ukraine zu verlassen. Die Streitkräfte würden massive Vergeltungsschläge fortsetzen; die Verantwortung für mögliche Folgen liege bei denen, die die Warnung ignorierten.
Das Kommando der Luftstreitkräfte der Ukraine meldete nach Interfax-Ukraine für die Nacht zum 3. Oktober 157 gestartete Drohnen. Die Luftverteidigung habe bis 9 Uhr 131 Shahed, Gerbera und andere Typen abgeschossen oder unterdrückt; Treffer seien an zwölf Orten verzeichnet worden, Trümmer an fünf. Ukrinform gibt dieselbe Meldung mit der Angabe wieder, unter den 157 Drohnen seien 45 düsengetriebene Shahed gewesen.
Die BBC schrieb zum ersten Treffer auf die Südbrücke am 1. Oktober, ukrainische Stellen hätten angegeben, ein neues Modell düsengetriebener Drohnen sei am 30. September in Dienst gestellt worden. Der Technologieberater des Präsidenten, Serhij Beskrestnow, nannte der BBC zufolge einen Sprengkopf von 40 Kilogramm, ausgelegt auf Hochspannungsmasten und eiserne Brückenkonstruktionen.
In Charkiw und Umgebung töteten Drohnen und Gleitbomben nach Angaben von Regionalgouverneur Oleh Synjehubow, die die Tagesschau wiedergibt, fünf Menschen und verletzten mehr als 40. Die ukrainische Seehafenbehörde meldete demnach in der Region Odessa einen Angriff auf ein ziviles Frachtschiff unter liberianischer Flagge; ein Seemann sei getötet, drei weitere Menschen verletzt worden.
Die moldauische Präsidentin Maia Sandu erklärte laut Tagesschau, fünf russische Geschosse, darunter Banderol-Marschflugkörper und Drohnen, seien in den moldauischen Luftraum eingedrungen und auf dem Territorium ihres Landes explodiert.