Mittwoch, 14. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Meloni nennt Trumps Diesel-Deal mit Russland sehr riskant

Italiens Ministerpräsidentin warnt im Senat vor einer Legitimierung Moskaus und neuen Kriegseinnahmen. Für die Ukraine-Gespräche fordert sie einen Unterhändler mit dem Mandat aller 27 EU-Staaten.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die von Donald Trump angekündigte Vereinbarung über russischen Diesel am 14. Oktober 2026 im Senat als „sehr riskant“ bezeichnet. In ihren Mitteilungen vor dem EU-Gipfel am 15. und 16. Oktober sagte sie nach dem von der Regierung veröffentlichten Wortlaut, die Einigung sei „eine Entscheidung, die ich für sehr riskant halte“. Das Ergebnis sei zweifelhaft, die Risiken seien klar.

Meloni nannte drei Risiken: eine Legitimierung Moskaus, während seine Bomben weiter auf ukrainische Städte fielen, neue Einnahmen zur Finanzierung des Krieges und eine stillschweigende Schwächung der Sanktionen. Das widerspreche dem, was die westlichen Staaten, „die Vereinigten Staaten eingeschlossen“, bisher getan hätten, um Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. Der Anstieg der Kraftstoffpreise gehe vor allem auf den Krieg in Iran zurück, nicht auf den in der Ukraine.

Eine Waffenruhe für Energieanlagen unterstütze Italien dagegen, sagte Meloni. Sie dankte Präsident Selenskyj für die sofortige Zusage und erwarte, dass Russland seine Angriffe auf ukrainische Kraftwerke einstelle.

Zugleich forderte sie, die 27 EU-Staaten sollten eine „autoritative Figur“ mit dem Mandat aller benennen, die Europas Stimme an den Verhandlungstisch bringe. Wenn Frankreich, Deutschland und Großbritannien im E3-Format glaubten, allein mehr zu erreichen, sollten sie „wenigstens im Namen aller und mit einem offiziellen Mandat“ handeln. Ein zerstrittenes Europa sei das einzige echte Geschenk an Moskau, „und Geschenke an Moskau haben wir in diesen Tagen genug gemacht“.

Meloni veröffentlichte das Video der Rede auf X. Am Nachmittag sprach sie in der Abgeordnetenkammer. Eine Reaktion des Weißen Hauses auf ihre Kritik fand die Redaktion bis zum Nachmittag nicht. Worum es bei der Vereinbarung geht, steht in unserem Bericht zur Generallizenz für russischen Diesel.