Montag, 12. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Airbus fliegt Kampfdrohne Valkyrie erstmals in Europa

Der Konzern sieht sich auf Kurs für eine einsatzbereite Drohne an der Seite des Eurofighters bis 2029. Über Bedarf, Preis und Auftrag der Bundeswehr ist damit nichts entschieden.

Airbus hat die unbemannte Kampfdrohne U740 Valkyrie des US-Herstellers Kratos zum ersten Mal in Europa fliegen lassen. Nach der Pressemitteilung von Airbus vom 12. Oktober 2026 startete die Drohne auf einem Testgelände in Nordeuropa mit Raketenunterstützung ohne Startbahn, flog in verschiedenen Höhen bis Mach 0,8 und nahm Änderungen am Auftrag während des Fluges an; alle Testziele seien erreicht worden. Airbus und Kratos sehen sich damit auf Kurs, bis 2029 eine einsatzbereite Begleitdrohne für die deutschen und andere europäische Streitkräfte zu liefern. Erster Kunde soll nach dem Willen der Hersteller die Luftwaffe sein.

Das europäische Missionssystem flog noch nicht mit. Laut Airbus bereitet der Flug anspruchsvollere Tests mit dem eigenen System MARS vor, das als „europäisches Gehirn“ der Drohne die Kontrolle über Software, Daten und Hardware in europäischer Hand halten soll; ein Mensch bleibe dabei in der Befehlskette. Airbus nennt eine Länge von 9,1 Metern, eine Spannweite von 8,2 Metern, ein Startgewicht von rund drei Tonnen, mehr als 5.000 Kilometer Reichweite und einen internen Waffenschacht. „Luftstreitkräfte brauchen bezahlbare Kampfmasse“, wird Mike Schoellhorn, Chef von Airbus Defence and Space, in der Mitteilung zitiert.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, das MarketScreener am 12. Oktober wiedergibt, datierte Schoellhorn den Flug auf den 29. September. MARS solle beim nächsten Testflug im ersten Quartal 2027 an Bord sein, ein erster Flug im Verbund mit einem Eurofighter folge später im selben Jahr. Den Preis einer Valkyrie bezifferte er gegenüber Reuters auf rund 20 Millionen Euro, den gesamten deutschen Bedarf schätzte er auf etwa 500 solcher Drohnen. Beides sind Angaben des Herstellers.

Eine Entscheidung des Bundesministeriums der Verteidigung über Beschaffung, Stückzahl oder Anbieter ist damit nicht verbunden. Nach Schoellhorns Darstellung im Reuters-Interview klärt die Luftwaffe noch, wofür die Drohne gebraucht wird, etwa für den Luftkampf an der Seite von Piloten, für Angriffe auf Bodenziele oder für elektronische Kampfführung. Er hoffe, dass in der ersten Hälfte 2027 klar werde, was die Industrie liefern solle. Eine Fertigung in Deutschland oder Europa hält er für möglich, wenn die Bestellmengen es erlauben. Der Spiegel berichtet am 12. Oktober, um unbemannte Kampfflugzeuge für die Bundeswehr konkurrierten drei deutsche Unternehmen mit unterschiedlichen Partnern.

Offen sind die Anforderungen der Luftwaffe, ein Zeitplan für eine Ausschreibung und eine Stellungnahme des Ministeriums zum Testflug. Stand ist Montag, der 12. Oktober 2026, Mittag.