Donnerstag, 22. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Bundesanwaltschaft lässt mutmaßlichen russischen Agenten festnehmen

Der Ukrainer soll für einen russischen Nachrichtendienst Rüstungsproduktion und Standorte an der NATO-Ostflanke ausgespäht haben. Laut Spiegel soll er sich auch für die Litauen-Brigade der Bundeswehr interessiert haben.

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree den ukrainischen Staatsangehörigen Vadym Y. festnehmen lassen. Grundlage ist ein Haftbefehl des Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof vom 15. Oktober, teilte die Behörde in einer Pressemitteilung mit. Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den Mann fest. Er ist dringend verdächtig, für den Geheimdienst einer fremden Macht tätig gewesen zu sein. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Nach dem Haftbefehl soll Vadym Y. spätestens seit Juli 2025 über einen Mittelsmann in Kontakt mit einem russischen Nachrichtendienst gestanden haben. Von Deutschland aus soll er militärisch relevante Informationen gesammelt haben, etwa über die Produktion von Panzerfahrzeugen, Munition und Explosivstoffen sowie über Personal und militärische Anlagen an Standorten zur Sicherung der NATO-Ostflanke. Ein Teil der Informationen war nach Darstellung der Bundesanwaltschaft öffentlich zugänglich; für andere habe er gezielt Personen aus der europäischen Rüstungsbranche abgeschöpft. Das Verfahren geht auf Hinweise des Bundesamts für Verfassungsschutz zurück. Am Freitag soll der Beschuldigte dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet.

Laut tagesschau vom Donnerstag ist der Mann 53 Jahre alt, lebte in Eisenhüttenstadt und stammt aus der von Russland annektierten Region Luhansk. Die Ermittler sind demnach überzeugt, dass er im Krieg auf der Seite Russlands steht. Anders als in einem ähnlichen Fall im April soll er nach Einschätzung der Ermittler gezielt und mit Auftrag gehandelt haben.

Unter den abgeschöpften Personen sollen laut t-online auch Beschäftigte polnischer Rüstungsunternehmen gewesen sein. Nach Informationen des Spiegel vom Donnerstag soll er sich zudem für die Litauen-Brigade der Bundeswehr interessiert haben, die Panzerbrigade 45.