Heer bekommt günstige Marschflugkörper für den Masseneinsatz
Der Inspekteur des Heeres will Ziele in etwa 1.500 Kilometern Tiefe massiert bekämpfen und die gegnerische Flugabwehr übersättigen. Zwei marktverfügbare Systeme müssen für die Bundeswehr noch qualifiziert werden.
Das deutsche Heer soll kostengünstige Marschflugkörper für den Masseneinsatz bekommen. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, sagte, die Entscheidung für Low Cost Cruise Missiles sei getroffen; die Truppe solle damit Ziele in etwa 1.500 Kilometern Tiefe massiert bekämpfen und die gegnerische Flugabwehr übersättigen.
Freuding sprach beim Parlamentarischen Abend des Förderkreises des Heeres in Berlin. Die Deutsche Presse-Agentur berief sich auf ein ihr vorliegendes Redemanuskript. dpa international datiert die Aussage auf den späten 8. Oktober.
Laut Manuskript sagte Freuding: „Wir werden damit Ziele in einer Tiefe von etwa 1.500 Kilometern massiert bekämpfen, gegnerische Flugabwehrsysteme übersättigen können.“ Vor allem im Verbund mit klassischen Marschflugkörpern könne sich das ergänzen.
Er nannte Masse zur Sättigung der gegnerischen Flugabwehr und „hochwertige Wirkmittel für Ziele von strategischer Bedeutung“. Aus Perspektive der Landstreitkräfte sei es deshalb richtig, auch US-Marschflugkörper dem Heer zuzuordnen. Die Bundesregierung will diese hochwertigen Waffensysteme nach der dpa-Darstellung in den USA kaufen.
Für die günstigen Flugkörper nannte Freuding keine Kandidaten. Zwei marktverfügbare Systeme stünden derzeit im Fokus, beide müssten für die Bundeswehr noch qualifiziert werden.
„Ein erster Zulauf ab 2027 ist damit grundsätzlich möglich, und wir wollen das auch erreichen“, erklärte er laut dpa. Einen Kaufvertrag, Preise oder Stückzahlen für die Bundeswehr nannte er nicht.
Das US-Unternehmen Covenant hat zu Wochenbeginn in Leipzig eine Produktionsstätte für Marschflugkörper eröffnet, berichtet auch die ZEIT. Die Fertigung des Typs Anthem soll nach Angaben der Firma 2027 beginnen. Covenant will im ersten Jahr 1.000 Stück bauen, 2028 bereits 5.000. Das Unternehmen erklärt, Anthem werde einen sechsstelligen Betrag kosten, also weniger als eine Million; andere Systeme dieser Art kosteten üblicherweise mehrere Millionen US-Dollar je Stück. Freuding hat Anthem nicht als eines der zwei betrachteten Systeme bezeichnet.
Derselbe Inspekteur hatte Anfang Oktober angekündigt, das Heer stelle 2027 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr auf.