Katar bringt laut Axios Zwei-Tage-Plan zu Blockade und Hormus
https://www.aussenlage.de/artikel/iran-prueft-nuklearvorschlaege-ueber-doha
Ein anonymer iranischer Spitzenbeamter nennt laut Reuters Beispiele für Teherans sieben Bedingungen. Washington prüft den iranischen Nuklearvorschlag; eine formelle Annahme des Katar-Stufenplans liegt nicht vor.
GeopolitikKatarische Vermittler verhandeln laut Axios vom Donnerstag mit Washington und Teheran über einen Entwurf, nach dem beide Seiten über zwei Tage wechselseitige Schritte setzen sollen. Am ersten Tag würden die USA die Seeblockade lockern und einen Teil eingefrorener iranischer Gelder freigeben; Iran lade im Gegenzug die Internationale Atomenergie-Organisation offiziell ein, Inspekteure an bombardierte Atomanlagen zu schicken – gestützt auf eine vor einem Jahr in Kairo getroffene Vereinbarung, so Quellen in der Region gegenüber Axios. Am zweiten Tag solle die Straße von Hormus wieder öffnen; danach sollen Nukleargespräche folgen, mit dem Bestand an hochangereichertem Uran im Zentrum.
Ein anonymer iranischer Spitzenbeamter nannte laut Iran International unter Berufung auf Reuters als Beispiele für die sieben Bedingungen unter anderem Ausnahmen von Ölsanktionen, das Ende der Seeblockade und die Freigabe eingefrorener Gelder. Die Hindustan Times schreibt unter Berufung auf denselben Reuters-Bericht außerdem von Aufhebung der US-Sanktionen, Freigabe eingefrorener Vermögen und Kriegsschadensersatz. Eine vollständige amtliche Liste der sieben Punkte ist nicht öffentlich. Washington prüft laut dem Beamten den über Katar übermittelten iranischen Nuklearvorschlag; den Inhalt des Vorschlags nannte er nicht.
Rezaei hält an den sieben Bedingungen fest
Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, bekräftigte nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau laut Axios und Iran International: Solange die USA die sieben Bedingungen nicht erfüllten, würden weder Hormus geöffnet noch Verhandlungen geführt. Die IRGC-nahe Agentur Fars meldete laut Iran International unter Berufung auf eine hochrangige Sicherheitsquelle, Iran sehe keine weiteren diplomatischen Schritte, bis alle sieben Bedingungen erfüllt seien. Formell angenommen ist der Katar-Stufenplan weder von Washington noch von Teheran; die Gespräche über den Entwurf laufen laut Axios weiter.
Stand vom 5. November, 21:22 Uhr
Iran prüft laut der Jerusalem Post vom Donnerstag konkrete Vermittler-Vorschläge zur Zukunft seines Atomprogramms. Die Zeitung beruft sich auf die New York Times und fünf mit den Gesprächen vertraute Personen, darunter einen Amerikaner und zwei Iraner; die Einzelheiten der Vorschläge nannten sie nicht. Die Vermittlung läuft demnach über Doha.
Später am Donnerstag habe Iran den Vereinigten Staaten über Katar einen eigenen Nuklearvorschlag übermittelt, berichtete die Jerusalem Post unter Berufung auf Reuters. Ein hochrangiger iranischer Offizieller sagte der Agentur demnach, Washington prüfe den Plan; Teheran wolle ihn erst erörtern, wenn die USA sieben iranische Forderungen erfüllten. Was in dem Vorschlag und in den Forderungen steht, ist aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich. Die aserbaidschanische Agentur APA übernimmt denselben Reuters-Bericht.
Laut Iran International hat der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, privat mehr Offenheit für Gespräche über die Nuklearfrage signalisiert. Der Sender beruft sich auf die New York Times und nennt zwei iranische sowie einen amerikanischen Beamten. Rezaei verhandle demnach mit den Katarern gemeinsam mit Außenminister Abbas Araqchi und Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf.
Öffentlich hatte Rezaei am Samstag laut der von DNYUZ am Donnerstag wiedergegebenen New-York-Times-Darstellung gesagt, Iran führe keine Nukleargespräche, bevor die USA die Forderungen Teherans akzeptierten. Dazu zählten die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen, die Aufhebung von Ölsanktionen und das Ende der amerikanischen Seeblockade gegen iranische Häfen. Zugleich sei Katar in der vergangenen Woche diplomatisch vorangegangen: zwei Gesprächsrunden in Teheran und eine dritte in Doha; zwei der Beamten sprachen laut derselben Darstellung auch von kürzlichen Katar-Gesprächen mit Iranern in Armenien.
Ein Knackpunkt bleibt laut dieser New-York-Times-Darstellung der Bestand an hochangereichertem Uran. Präsident Donald Trump verlangt demnach die Abgabe des Bestands; iranische Vertreter schließen einen Export aus und haben zuvor über eine Verdünnung im Land unter Aufsicht internationaler Inspektoren gesprochen. Die Internationale Atomenergie-Organisation schätzte den Bestand an bis zu 60 Prozent angereichertem Uran zum 13. Juni 2025 auf 440,9 Kilogramm.
Die sieben Bedingungen, an die Teheran die Öffnung der Straße von Hormus gekoppelt hat, waren bereits Anfang Oktober Thema; Parlamentspräsident Qalibaf hatte sie damals öffentlich bekräftigt, ohne die Punkte einzeln aufzuzählen, wie AUSSENLAGE damals berichtete. Ob die nun genannten sieben Forderungen mit jenem Katalog identisch sind, geht aus den Berichten vom Donnerstag nicht hervor. Das iranische Außenministerium reagierte laut Jerusalem Post zunächst nicht auf die Anfrage der New York Times.