Netanjahu schließt Hamas-Herrschaft in Gaza aus
Am staatlichen Gedenktag zum dritten Jahrestag des Angriffs vom 7. Oktober 2023 sagte der Ministerpräsident auf dem Herzl-Berg, Beteiligte lebten auf geliehener Zeit. Präsident Isaac Herzog mahnte im Wahlkampf, innere Warnsignale nicht zu ignorieren.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am 5. Oktober 2026 auf dem Herzl-Berg in Jerusalem erklärt, in Gaza werde es keine Hamas-Herrschaft geben. Die Rede fiel auf dem staatlichen Gedenktag zum dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023. Adressat ist die Hamas. Betroffen ist die Frage, wer den Küstenstreifen nach dem Krieg verwaltet.
Israel beging den Montag als nationalen Trauertag. Die Agentur AFP, übernommen von Channel News Asia und dem South China Morning Post, schreibt, die Flaggen an öffentlichen Gebäuden seien ab 6.29 Uhr auf halbmast gesetzt worden, dem Zeitpunkt, zu dem der Angriff begann.
Auf der staatlichen Zeremonie am militärischen Friedhof sagte Netanjahu laut AFP: „Wir haben enorme Erfolge erzielt, aber es liegen noch Aufgaben vor uns, und wir beabsichtigen, sie zu Ende zu führen.“ Darauf folgte der Satz: „In Gaza wird es keine Hamas-Herrschaft geben.“ Er werde weiter jeden ins Visier nehmen, der am Angriff beteiligt gewesen sei oder Geiseln festgehalten habe.
Die Jerusalem Post zitiert ihn mit den Worten: „Jeder, der am Angriff gegen uns beteiligt war und unsere Geiseln festgehalten hat, lebt auf geliehener Zeit. Jeden Tag rechnen wir mit diesen verachtenswerten Mördern ab.“
Staatspräsident Isaac Herzog sprach auf dieser Zeremonie am militärischen Friedhof, so die Jerusalem Post und JFeed. Nach der Jerusalem Post können innere und äußere Warnsignale nicht ignoriert werden, unabhängig von den Gräben im Land. Die Beobachterinnen am Stützpunkt Nachal Os hätten vor dem 7. Oktober etwas im Sektor gespürt, gemeldet und Alarm geschlagen; niemand habe das zu einem vollständigen Bild zusammengefügt. Im Wahlkampf müsse Israel die grellen Warnleuchten beachten, die gefährlichen Streit und tiefe Spaltung anzeigten. Man werde nicht von der Pflicht lassen, zu untersuchen und zu korrigieren.
Netanjahu kündigte an, die Hisbollah weiter zu treffen, um „eine Chance auf Frieden mit einem Land zu schaffen, dessen Volk zum überwiegenden Teil Frieden mit uns will“. Zum geistlichen Führungszirkel in Iran, wo Israel und die Vereinigten Staaten nach AFP am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff geführt haben, sagte er: „Wir werden nicht zulassen, dass das Ajatollah-Regime in Teheran unsere Existenz bedroht.“ Die iranische Führung sei „schwächer, als sie es seit ihrer Gründung gewesen ist“.
Nach einer AFP-Zählung auf Grundlage amtlicher israelischer Angaben tötete der von der Hamas geführte Angriff 1.221 Menschen. Kämpfer verschleppten 251 Geiseln nach Gaza, 44 davon bereits tot.
Israel antwortete mit einer Offensive. Das Gesundheitsministerium in Gaza, das der Hamas untersteht, beziffert die Toten auf mehr als 74.200; die Vereinten Nationen betrachten diese Zahlen laut AFP als belastbar. Seit einer im Oktober 2025 erklärten Waffenruhe haben israelische Kräfte nach Angaben des Ministeriums mehr als 1.440 Menschen in Gaza getötet.
Pläne für die Verwaltung Gazas nach dem Krieg hätten begonnen, Gestalt anzunehmen, die Frage bleibe in der Praxis aber weitgehend ungelöst, schreibt AFP.
In einer späteren Rede am Montag sagte Netanjahu laut AFP, er stehe bei den Angehörigen, die Nation teile ihre Trauer. „Es gibt keine Vergebung für die Mörder, die Folterer, die Brandstifter. Es gibt keine Vergebung für die Zerstörer, die Plünderer, die Entführer.“ Ein Zwischenrufer rief: „Du hast meinen Sohn und 1.200 andere, die am 7. Oktober getötet wurden, nicht geschützt – Schande!“ Netanjahu hielt in der Ansprache kurz inne.
Die Rede gehörte nach der Jerusalem Post zur staatlichen Zeremonie am Denkmal für Terroropfer auf dem Herzl-Berg. Herzog sprach dort über die Route 232 an der Grenze zu Gaza. Auf der Trauerkarte des 7. Oktober gebe es Ortschaften, Kibbuzim, Felder und Schutzräume und außerdem eine Straße; sie sei Fluchtweg und Tatort gewesen.