Dienstag, 6. Oktober 2026


Geopolitik

Selenskyj rechnet im Oktober mit einem Dreiertreffen mit Russland und den USA

Das ukrainische Verhandlungsteam stehe bereit. Dieselbe Bereitschaft müsse von Russland kommen; einen vereinbarten Termin gibt es nicht.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Videoansprache am Abend des 5. Oktober 2026 gesagt, er gehe davon aus, dass die Vereinigten Staaten im Oktober ein Treffen der Ukraine, Russlands und der USA organisieren. Adressaten sind Washington und Moskau. Das ukrainische Verhandlungsteam stehe bereit; diese Bereitschaft müsse nun auch von Russland kommen. Ein Treffen ist damit angekündigt, nicht vereinbart.

Die dpa gibt ihn mit den Worten wieder: „Ich gehe davon aus, dass es der amerikanischen Seite im Oktober gelingen wird, ein Dreiertreffen zu organisieren.“ n-tv, t-online und die Südwest Presse berichten denselben Satz aus der Ansprache. Die Diplomatie müsse auch in Russland zur Priorität werden. „Bislang konzentrieren sie sich ausschließlich auf Angriffe auf die Ukraine und auf destabilisierende Aktivitäten in Europa.“ Eine wichtige Aufgabe der USA und der Partner der Ukraine sei es, Russland zu bewegen, „zu konkreten Schritten statt zu Tötungen“.

Am 4. Oktober hatte Selenskyj bei der Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew gesagt, die amerikanische Seite stehe mit der Ukraine und Russland in Kontakt und schlage bis Ende Oktober ein Treffen auf technischer Ebene im Dreierformat vor. Der Kyiv Independent zitiert ihn: Die Ukraine sei offen für die Vereinigten Arabischen Emirate oder ein anderes von den USA vorgeschlagenes Land. Ob Moskau die Einladung bereits erhalten habe, wisse er nicht. Die Antwort stehe aus. Merz war an diesem Tag in Kiew, um Abfangdrohnen zuzusichern.

Am 5. Oktober unterrichtete Selenskyj Polens Ministerpräsidenten Donald Tusk. Nach Interfax-Ukraine schrieb er, es gebe auf ukrainischer Seite keine Hindernisse; wichtig sei, dass die amerikanische Seite sich vorbereite und Russlands Bereitschaft sicherstelle. Auch in diesem Gespräch blieb der Termin unbestimmt.

Kremlchef Wladimir Putin hatte am 1. Oktober beim Waldai-Forum in Moskau gesagt, Russland sei bereit, Verhandlungen aufzunehmen und so schnell wie möglich abzuschließen. Interfax zitiert ihn: „Aber selbstverständlich zu den Bedingungen, die auch für die Russische Föderation, für unser Volk, für das Volk Russlands akzeptabel sind.“

In derselben Ansprache warf Selenskyj Russland vor, ein Getreideschiff im Schwarzen Meer mit Drohnen versenkt zu haben. Die rumänischen Behörden haben die Ursache nicht bestätigt. Der Vorgang steht im Bericht zum Untergang in der rumänischen Wirtschaftszone.