Dienstag, 6. Oktober 2026


Sicherheitspolitik

Einschlag am Grenzübergang Palanca verletzt moldauischen Grenzpolizisten

Die Grenzpolizei führt den Vorfall vom 5. Oktober auf russische Angriffe gegen ukrainische Infrastruktur zurück. Der gemeinsame Kontrollpunkt war vorübergehend geschlossen.

Am 5. Oktober 2026 fiel gegen 9:38 Uhr Ortszeit nahe dem Grenzübergang Palanca–Maiaki–Udobnoe ein Geschoss zu Boden, prallte ab und traf einen Linienbus an der Schranke. Die Grenzpolizei der Republik Moldau meldete einen leicht verletzten Mitarbeiter; weitere Verletzte verzeichnete sie nicht.

Die Behörde ordnete den Vorfall russischen Angriffen auf ukrainische Infrastruktur zu. Nach ihren vorläufigen Angaben beschädigte das Geschoss den Bus und die Kontrollkabine. Den Betrieb des Übergangs Palanca (Moldau)–Maiaki–Udobnoe (Ukraine) setzte sie aus.

Moldpres gibt die Grenzpolizei mit den Worten wieder, das Geschoss habe den Bus und die Kontrollkabine beschädigt, ein Mitarbeiter sei leicht verletzt, andere Opfer gebe es nicht, der Betrieb sei ausgesetzt. Interfax-Ukraine zitiert dieselbe Mitteilung: Gegen 9:38 sei nahe dem Kontrollpunkt Palanca ein Geschoss niedergegangen, nach dem Aufprall abgesprungen und in einen an der Schranke stehenden Linienbus gefahren.

Das Generalinspektorat der Polizei sperrte nach Moldpres den Verkehr von der Kreuzung der Strecken R-30 und R-31 im Rajon Ștefan Vodă in Richtung Palanca, bis die Stelle aufgenommen sei. Streifen leiteten Fahrzeuge nach Tudora um.

Der Staatliche Grenzschutzdienst der Ukraine sagte der BBC, Palanca sei ein gemeinsamer Kontrollpunkt moldauischer und ukrainischer Zoll- und Grenzbeamter und liege vollständig auf moldauischem Gebiet. Ukrainisches Personal und Gerät seien unversehrt geblieben.

Was einschlug und wo der erste Aufschlag lag, beschreiben die geöffneten Quellen uneinheitlich. Die Grenzpolizei und Interfax-Ukraine sprechen von einem Geschoss. Der Kyiv Independent schreibt, das Geschoss sei auf dem Gelände des Übergangs niedergegangen. Das Institute for the Study of War spricht in seiner Lage vom 5. Oktober von einer russischen Drohne und vom ersten bestätigten Verletzten Moldaus durch russische Drohnen. Ob der Treffer auf ukrainischem oder moldauischem Boden lag, lässt das Institut offen; geolokalisiertes Bildmaterial deute darauf hin, dass das Objekt nach dem Aufprall auf moldauisches Gebiet prallte.

Die Grenzpolizei nahm den Betrieb später am 5. Oktober wieder auf. Der verletzte Polizist sei in stabilem Zustand und außer Gefahr, so die Behörde und eine weitere Meldung von Moldpres.

Palanca grenzt an das Gebiet Odessa. Der Kyiv Independent erinnert daran, dass russische Angriffe auf die Ukraine wiederholt den moldauischen Luftraum verletzen; am 3. Oktober seien fünf russische Luftangriffswaffen, darunter Banderol-Flugkörper und Drohnen, in moldauisches Gebiet eingedrungen und dort explodiert. Die BBC schrieb, die ukrainischen Luftstreitkräfte hätten nach dem Einschlag einen düsengetriebenen russischen Drohnenflug in Richtung Maiaki gemeldet, einer Ortschaft nahe dem Übergang.

Das Institute for the Study of War notiert, russische Kräfte hätten in den vergangenen Wochen vermehrt ukrainische Übergänge nach Moldau, Rumänien und Polen angegriffen. Ein eigener Vorgang am selben Tag ist der Untergang eines Getreidefrachters in der rumänischen Wirtschaftszone.