Samstag, 3. Oktober 2026


Geopolitik

USA verlegen dritten Flugzeugträger in den Nahen Osten

Präsident Trump nannte im Time-Interview neue Angriffe nach den Zwischenwahlen „possible“. Ob die Roosevelt die Trägerzahl erhöht oder einen der beiden bereits vor Ort liegenden Verbände ablöst, lassen die vorliegenden Berichte offen.

Die Vereinigten Staaten schicken nach Berichten vom 1. und 2. Oktober 2026 eine dritte Flugzeugträger-Kampfgruppe in den Nahen Osten. Wall Street Journal, Associated Press, Al Jazeera und n-tv stützen sich auf US-Vertreter; Pentagon und Weißes Haus geben in diesen Berichten keine eigene Erklärung ab. Die Schiffe laufen auf eine Region zu, in der bereits zwei Träger liegen.

Das Wall Street Journal schrieb am 1. Oktober, das Pentagon entsende eine dritte Trägerkampfgruppe und zusätzliche Schiffe des Marine Corps; US-Vertreter bezifferten die Verstärkung auf 9.000 bis 10.000 weitere Soldaten, die bis Ende November eintreffen sollen. Die Associated Press schrieb am selben Tag in einem von der Los Angeles Times übernommenen Stück, an Bord der jetzt laufenden Schiffe befänden sich mehr als 7.000 Seeleute und 2.000 Marines.

Al Jazeera nannte am 2. Oktober den Träger USS Theodore Roosevelt und die amphibische Gruppe um die USS Makin Island. Ein US-Vertreter sagte dem Sender, die Roosevelt-Gruppe habe San Diego am Sonntag verlassen, die Makin-Island-Gruppe einen Tag später mit mehr als 2.000 Marines. Die Associated Press führte als Begleiter den Kreuzer USS Chosin sowie die amphibischen Schiffe USS John P. Murtha und USS Anchorage an.

Im Nahen Osten liegen nach diesen Berichten bereits die Träger USS George H.W. Bush und USS George Washington sowie die amphibische Gruppe um die USS Boxer. Ob die Washington nach dem Eintreffen der Roosevelt dort bleibt oder in ihren Heimathafen in Japan zurückkehrt, lassen diese Berichte offen. n-tv schrieb, bliebe sie, stünden erstmals seit April wieder drei Träger in der Region; verließe sie die Region, sänke die Zahl wieder auf zwei. Der Vertreter gegenüber Al Jazeera sagte, bis Ende November würden drei Träger und zwei amphibische Landungsgruppen um Iran stehen.

Die Associated Press schrieb, drei Träger könnten bereits Ende Oktober in der Region liegen. Sie bezifferte die dann erreichte maritime Präsenz auf mehr als 20.000 Seeleute und Marines sowie Hunderte Flugzeuge. n-tv nannte unabhängig davon bereits mehr als 50.000 US-Einsatzkräfte in der Region, Al Jazeera rund 50.000.

n-tv datiert den Kriegsbeginn auf den 28. Februar 2026 und eine fragile Waffenruhe auf den April, die die Kämpfe vorübergehend beendete und keinen Bestand hatte; seither kämen sporadische Gefechte vor. Die Associated Press notiert, die Navy habe im April erstmals seit 2003 drei Trägerkampfgruppen im Nahen Osten gehabt. Al Jazeera schreibt, der Krieg gehe in den achten Monat.

Präsident Donald Trump sagte in einem Time-Interview, das am 1. Oktober 2026 erschien und am 28. September im Weißen Haus geführt wurde, auf die Frage, ob er die Bombardierung nach den Zwischenwahlen ausweiten werde: „Possible.“ Die Zwischenwahlen fallen nach der Associated Press auf den 3. November. Auf die Nachfrage, ob das in Betracht komme, sagte er: „I can’t tell you that because look, you know, you’re asking, where are you going to bomb?“

Das Wall Street Journal berichtete in dem Stück zur Verlegung, Trump habe Mitarbeitern kürzlich gesagt, er erwarte, die Bombardierung Irans im November wieder aufzunehmen.

Trump lehnte nach dem Time-Transkript das jüngste Waffenruhe-Angebot Teherans ab. Zur Begründung sagte er: „things that I wouldn’t have approved a year ago I wouldn’t have today.“ Als Beispiel nannte er ein Angebot, die Straße von Hormus zu öffnen; das Gesamtpaket sei „not good enough“. n-tv schreibt, durch diese Seestraße fließe üblicherweise rund ein Fünftel des weltweiten Erdöls; der abgelehnte Vorschlag habe auch die Wiederaufnahme von Gesprächen über Irans Nuklearprogramm im Tausch gegen die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen vorgesehen. Al Jazeera beschreibt denselben Sieben-Tage-Fahrplan als über Katar übermittelt und um Sanktionserleichterungen sowie eine regionale Waffenruhe für Libanon und Jemen ergänzt.

Al Jazeera ordnet der militärischen Verlegung die Sektorsanktionen gegen Irans Auto- und Bahnwirtschaft zu, die Washington in derselben Woche verhängt hat. n-tv schreibt, Verteidigungsminister Pete Hegseth habe in den vergangenen Wochen die Einsätze von Luftabwehreinheiten und der 82. Luftlandedivision verlängert.