Dienstag, 20. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Großbritannien schickt Typhoons nach Saudi-Arabien

Die Kampfjets sollen Städte und Infrastruktur gegen Drohnen und Raketen schützen, Angriffe auf die Huthis fliegen sie nicht. Die Luftbetankung für saudische Einsätze im Jemen verlängert London aber.

Großbritannien verstärkt seine militärische Unterstützung für Saudi-Arabien gegen die Angriffe der Huthi-Miliz. Kampfjets vom Typ Typhoon der Royal Air Force sollen saudische Städte und kritische Infrastruktur gegen Angriffe aus der Luft schützen, wie das britische Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Verteidigungsminister Wes Streeting hat die Einsätze genehmigt. Die Maschinen fliegen nach Angaben des Ministeriums ausschließlich defensiv und greifen die Huthis nicht an.

Zusätzlich stellt London ein Transportflugzeug vom Typ A400M für Materialtransporte innerhalb des Königreichs sowie Militärberater für saudische Stabsoffiziere. Zugleich verlängert die Regierung die Luftbetankung für saudische Einsätze. Diese umfassen ausdrücklich auch Angriffe auf militärische Ziele der Huthis im Jemen, die nach britischer Darstellung die Bevölkerung Saudi-Arabiens und des Jemen bedrohen. Bereits zuvor hatte Großbritannien Luftabwehrsysteme gegen Raketen und Drohnen im Land stationiert.

Anlass sind die jüngsten Angriffe der Miliz, darunter auf den internationalen Flughafen König Khalid in Riad. Streeting nannte die fortgesetzten Angriffe auf den Verbündeten Saudi-Arabien zutiefst verabscheuungswürdig. Gerade der Angriff auf den Flughafen zeige, wie weit die Huthis bei der Eskalation gingen. Am Dienstagvormittag hatte die saudische Luftabwehr erneut eine Huthi-Rakete über Riad abgefangen.

London begründet den Schritt auch mit eigenen Interessen. Eine Eskalation am Golf treibe die Lebenshaltungskosten in Großbritannien, störe die Energieversorgung und belaste britische Unternehmen, heißt es in der Mitteilung. Saudi-Arabien und der Jemen hätten das Recht, sich zu verteidigen. Wann die ersten Typhoons über Saudi-Arabien eingesetzt werden und wie viele Maschinen London entsendet, geht aus der Mitteilung nicht hervor.