Dienstag, 20. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Katar und Pakistan legen Iran laut Al-Araby Kompromiss vor

Die Zeitung meldet Zustimmung aus Washington und Teheran, Reuters berichtet das Gegenteil: Iran ziehe die Gespräche bis zu den US-Zwischenwahlen in die Länge. Bestätigt ist keine der beiden Darstellungen.

Katar und Pakistan haben Iran nach einem Bericht der katarischen Zeitung Al-Araby Al-Jadeed einen Vermittlungsvorschlag vorgelegt, der die Forderungen der USA und Irans zugleich aufgreifen soll. Pakistans Armeechef Asim Munir habe das Papier am Dienstag iranischen Vertretern in Teheran übergeben, berichtet das Blatt unter Berufung auf an der Vermittlung beteiligte katarische Quellen, wie die israelische Nachrichtenseite Ynet wiedergibt. Washington habe zugestimmt, Teheran habe sein Einverständnis bereits zuvor gegeben. Offiziell bestätigt hat das keine der beteiligten Regierungen.

Der Vorschlag soll eine neue Eskalation verhindern und beiden Seiten den Weg zurück an den Verhandlungstisch öffnen. Nach Angaben der englischsprachigen Ausgabe The New Arab soll Iran die Zinsen auf rund 6 Milliarden Dollar eingefrorener Guthaben in Katar erhalten. Iran solle dafür einen vertraulichen, nicht angekündigten Besuch der Internationalen Atomenergiebehörde in seinen Atomanlagen zulassen. Ein Durchbruch solle noch in dieser Woche verkündet werden. Der Ölpreis gab nach dem Bericht laut investingLive um etwa einen Dollar je Barrel nach.

Die Nachrichtenagentur Reuters zeichnet ein anderes Bild. Teheran verschleppe die Gespräche mit den USA bewusst, um Präsident Donald Trump vor den Kongresswahlen am 3. November politisch zu schwächen, berichtet die Agentur unter Berufung auf drei hochrangige iranische Funktionäre und einen Insider, wie Al-Monitor veröffentlichte. Iran bereite sich auf neue israelische und amerikanische Angriffe vor, nicht auf ein Abkommen mit den USA, sagte einer der Funktionäre der Agentur. Vor den Wahlen gebe es kaum Aussicht auf einen Durchbruch. Irans Außenministerium und das Weiße Haus antworteten der Agentur nicht.

Laut Reuters hält Teheran an seinem über Katar übermittelten Sieben-Tage-Plan fest: Öffnung der Straße von Hormus unter iranischer Kontrolle, wenn Washington die Seeblockade aufhebt, Ölexporte erleichtert und eingefrorene Gelder freigibt. Die USA wollen dagegen das Atomprogramm von Beginn an auf dem Tisch haben. Russland hatte Iran zuletzt den Rücken gestärkt, Außenminister Sergej Lawrow hielt in Teheran an den gemeinsamen Projekten fest.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat am Montag bei einem nicht angekündigten Besuch in Israel mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über Iran gesprochen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf drei israelische Beamte. Ein Sprecher Netanjahus bestätigte Reuters später das Treffen auf dem Luftwaffenstützpunkt Uvda, wie Al-Monitor veröffentlichte. Das Pentagon äußerte sich nicht. Der Besuch fällt in die Woche vor der israelischen Parlamentswahl, bei der Netanjahus Position auf dem Spiel steht.