Freitag, 9. Oktober 2026


Außenlage

Geopolitik

Drei Tote bei Angriffen auf den Flughafen Riad, Lufthansa setzt Flüge dorthin aus

Die Huthi reklamieren den Beschuss, die saudische Luftfahrtbehörde nennt nach AP keine Urheber. Die EU-Flugsicherheitsagentur hat ihre Warnung für den saudischen Luftraum überarbeitet, Pakistan verweist auf Truppen in der Hauptstadt.

Zwei Angriffe auf den Flughafen King Khalid in Riad haben am 8. Oktober 2026 drei saudische Staatsbürger getötet, wie Reuters berichtet. Die Huthi reklamieren die Angriffe. Nach Angaben der saudischen Zivilluftfahrtbehörde GACA galt der erste Angriff Anlagen des Flughafens, der zweite einer Maschine der staatlichen Fluggesellschaft Saudia. Unter den Toten war Kapitän Hamoud Ali Alkalthami, wie Saudia nach AP mitteilte. Die Verletzten haben nach der GACA unterschiedliche Nationalitäten; ihre Verletzungen reichen von leicht bis schwer.

Die Huthi nannten unterschiedliche Waffen. Am Donnerstag sprachen sie nach Reuters von zwei Marschflugkörpern, ein Militärsprecher der Gruppe laut Al Jazeera von einer ballistischen Rakete. Die GACA nannte nach AP keine Verantwortlichen. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition erklärte, sie habe am Donnerstag zwei ballistische Raketen in Richtung Riad und eine in Richtung Khamis Mushait abgefangen. Am Freitag meldete sie die Zerstörung von drei Abschussrampen.

Saudia teilte nach AP mit, die getroffene Maschine sei am Boden beschädigt worden, Passagiere seien nicht an Bord gewesen. Reuters berichtete am Donnerstag unter Berufung auf einen Zeugen und drei Eingeweihte, Rauch sei von einem abgestellten Flugzeug aufgestiegen. Die GACA erklärte am Freitag, der Betrieb sei wieder aufgenommen, der Flugverkehr laufe wieder normal.

Nach Daten des Analysehauses Cirium, die Reuters am 8. Oktober zitierte, waren am Donnerstag bis 15 Uhr GMT 49,7 Prozent der Abflüge in Riad gestrichen. Nach FlightAware, das AP zitiert, waren bis Freitagnachmittag mindestens 124 Flüge von und nach Riad gestrichen, am Tag davor Hunderte mehr. Die Lufthansa Group setzt ihre Flüge nach Riad bis zum 16. Oktober aus, wie ein Sprecher Reuters am 8. Oktober sagte, mit Verweis auf die Lage im Nahen Osten. Air India strich ihre Verbindungen bis Samstag, Pakistan International Airlines setzte ihre Flüge nach Riad ebenfalls aus.

Die Flugsicherheitsagentur der EU (EASA) hat ihr Informationsbulletin zum saudischen Luftraum am 9. Oktober überarbeitet, gültig bis zum 16. November, sofern nicht früher überprüft. Betreiber sollen demnach zwei näher bezeichnete Gebiete im Flugraum Jeddah auf allen Höhen meiden und im übrigen Gebiet Vorsicht walten lassen. Die Agentur schreibt, die Huthi hätten gezeigt, dass sie auch Ziele tiefer im Land treffen können, darunter im Raum Riad. Die Angriffe richteten sich stärker als zuvor gegen Luftfahrtinfrastruktur, und die aktivierte Luftabwehr erhöhe das Risiko, zivile Flugzeuge zu verwechseln.

Pakistan und die Türkei haben nach Al Jazeera im Rahmen eines Beistandspakts mit Saudi-Arabien zugesagt, Truppen zu entsenden. Nach CNBC verständigten sich beide am Montag darauf, Riad bei Abschreckungsmaßnahmen zu helfen und die jemenitische Gegenoffensive mit Truppen zu stützen. Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums sagte am Freitag laut Al Jazeera, Pakistan habe eine erhebliche Zahl an Kräften und Mitteln in Riad. Die Soldaten würden nicht die Grenze zur Gegenseite überschreiten, um die Huthi anzugreifen, sondern das Gebiet verteidigen. Die Vereinigten Staaten unterstützen Riad nach Angaben von Beamten laut AP mit Aufklärungsdaten, Zielidentifizierung und Planung. Präsident Donald Trump hat laut AP bislang nicht angeordnet, die Luftangriffe auf die Huthi wieder aufzunehmen.

Der UN-Sondergesandte Hans Grundberg sagte am Freitag vor dem Sicherheitsrat laut The National: „In the past few weeks, Yemen has slid back into full-scale war“. Er verurteilte die Angriffe auf die Flughäfen von Abha und Riad. Die Anadolu-Agentur berichtet, er habe die Huthi aufgefordert, sie einzustellen.

Am 3. Oktober hatten die Huthi einen Angriff auf eine Aramco-Anlage südlich von Riad reklamiert, eine Ölanlage; ob sie getroffen wurde, blieb dort offen. Die jetzigen Angriffe gelten dem zivilen Luftverkehr in derselben Stadt. Saudische Stellen hatten am Mittwoch bereits drei Tote und 36 Verletzte bei früheren Angriffen dieser Woche auf die Flughäfen von Abha und Riad gemeldet, so Al Jazeera.