Samstag, 24. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Huthi reklamieren sieben Angriffe auf Saudi-Arabien

Die Miliz nennt Ölanlagen in Janbu und Rabigh, eine Pipeline, drei Flughäfen und eine Luftwaffenbasis als Ziele. Saudi-Arabien meldet abgefangene Raketen und Trümmer in der Region Mekka.

Die Huthi haben am Samstag sieben Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien für sich reklamiert. Ihr Militärsprecher Jahja Saree nannte in einer Erklärung auf X, die auch die Huthi-Agentur Saba in Sanaa verbreitete, den Flughafen King Khalid in Riad, eine Anlage von Aramco in Janbu, die Raffinerie Rabigh sowie Pumpstationen und die Ost-West-Pipeline für Rohöl. Hinzu kommen nach seiner Darstellung der Flughafen King Fahd in Dammam, der Flughafen Nadschran und die Luftwaffenbasis Khamis Muschait.

Saree begründete die Angriffe mit saudischen Luftangriffen auf Jemen. Saudi-Arabien habe in den vergangenen 24 Stunden 100 Luftangriffe auf Sanaa und andere von den Huthi kontrollierte Provinzen geflogen, seit Beginn der Eskalation seien es 3123 Luftangriffe und Raketen. Am Flughafen Dammam sei der Verkehr unterbrochen worden, erklärte er. Die Huthi würden weiter Ziele tief in Saudi-Arabien angreifen, kündigte er an.

Die saudischen Behörden melden abgefangene Raketen; von Treffern an den von Saree genannten Zielen ist in ihren Mitteilungen keine Rede. Der Zivilschutz teilte über die staatliche Agentur SPA und auf X mit, zwei ballistische Raketen der Huthi in Richtung der Regionen Mekka und Medina seien abgefangen worden. Teile der Raketen fielen demnach im Wadi Al-Mughammas bei Mekka nieder, Trümmer im Stadtteil Al-Nuzha in Dschidda, im Wadi Dschalil bei Taif und in Masturah im Gouvernement Rabigh. Schon am Vormittag hatte der Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Malki, laut SPA zwei Raketen in Richtung Taif und Janbu als abgefangen gemeldet. Saree wies am Abend auf X saudische Angaben als Lüge zurück, die Huthi hätten auf die heiligen Gebiete von Mekka und Medina gezielt; die Angriffe richteten sich nach seinen Worten gegen Ölanlagen und Militärbasen.

Auf jemenitischer Seite meldet das Gesundheitsministerium der Huthi in Sanaa Tote nach saudischen Luftangriffen. Bei einem Angriff auf die Unterkünfte von Arbeitern eines Zementwerks im Bezirk Hamdan in der Provinz Sanaa seien acht Menschen getötet worden, darunter drei Frauen und vier Kinder, und 15 verletzt, darunter acht Kinder, teilte es über Saba mit. Bei einem Angriff auf ein Wohnhaus im Viertel Asr in Sanaa wurden nach einem Bericht des Huthi-Senders Al-Masirah, den die Agentur dpa wiedergibt, mindestens vier Menschen getötet.

Saree warnte am späten Abend auf X Fluggesellschaften und Reisende erneut vor dem Flughafen King Khalid in Riad, den er als militärisches Ziel bezeichnete. Der Flughafen will von Sonntag an Terminal 1 für Inlands- und Terminal 2 für Auslandsflüge saudischer Gesellschaften nutzen, berichtet Reuters. Am Nachmittag hatten die Huthi nach Angaben der jemenitischen Regierung bereits Aden mit ballistischen Raketen beschossen.