Samstag, 3. Oktober 2026


Deutschland

AfD erreicht bei Insa erstmals 30 Prozent

Der Sonntagstrend im Auftrag der Bild vergrößert den Abstand zur Union von Bundeskanzler Friedrich Merz auf zwölf Punkte. Schwarz-Rot käme rechnerisch nicht mehr auf eine eigene Mehrheit.

Sonntagsfrage

INSA-Consulere für die Bild

1.202 Wahlberechtigte · Telefon und Online · 28. September bis 2. Oktober 2026

AfD 30 % (+1); CDU/CSU 18 % (−1); SPD 14 % (±0); Grüne 14 % (−1); Linke 10 % (±0); BSW 4 % (+1); FDP 4 % (±0); Sonstige 6 % (±0)
Partei Anteil Prozent Veränderung zur Vorwoche
AfD 30 % +1
CDU/CSU 18 % −1
SPD 14 % ±0
Grüne 14 % −1
Linke 10 % ±0
BSW 4 % +1
FDP 4 % ±0
Sonstige 6 % ±0

Fehlertoleranz ±2,9 Prozentpunkte. Quelle: Welt

Die AfD liegt im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere für die Bild erstmals bei 30 Prozent. CDU und CSU fallen auf 18 Prozent; das trifft die Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz, weil Union und SPD zusammen nur noch auf 32 Prozent kämen.

INSA-Consulere befragte nach der Welt vom 28. September bis zum 2. Oktober 1202 Wahlberechtigte per Telefon und online. Gegenüber dem vorherigen Sonntagstrend vom 26. September, den wahlrecht.de mit 29 Prozent für die AfD und 19 Prozent für die Union ausweist, legt die AfD einen Punkt zu, die Union verliert einen.

Die dpa nennt die 30 Prozent den bisherigen Höchstwert der AfD in den Insa-Daten, die 18 Prozent den bisherigen Tiefstwert der Union.

SPD bleibt bei 14 Prozent, die Grünen verlieren einen Punkt und liegen ebenfalls bei 14 Prozent, die Linke verharrt bei 10 Prozent. BSW steigt nach der Welt von 3 auf 4 Prozent und zieht mit der FDP gleich, die bei 4 Prozent bleibt. Beide lägen unter der Fünf-Prozent-Marke. Die sonstigen Parteien stehen unverändert bei 6 Prozent.

Andere Institute haben 30 Prozent für die AfD und 18 Prozent für die Union schon gemessen, aber nicht in der jüngsten Runde. YouGov sah die Union am 15. September bei 18 Prozent, GMS die AfD am 14. September bei 30 Prozent. Forsa kommt in der Erhebung vom 29. September, 2501 Befragte vom 22. bis 28. September, auf 26 Prozent für die AfD und 19 Prozent für die Union. Infratest dimap weist am 1. Oktober, 1303 Befragte vom 28. bis 30. September, 27 Prozent für die AfD und 20 Prozent für die Union aus. Die dpa schreibt, bei jüngeren Messungen anderer Institute habe die AfD teilweise bis zu vier Punkte niedriger gelegen, die Union bis zu fünf Punkte höher.

Weil FDP, BSW und Sonstige zusammen 14 Prozent erreichen, wären nach dem Tagesspiegel Mandatsmehrheiten schon mit mehr als 43 Prozent der Stimmen möglich. Union, SPD und Grüne kämen zusammen auf 46 Prozent, SPD, Grüne und Linke auf 38 Prozent, AfD und Union auf 48 Prozent. Unter den gegebenen politischen Bedingungen, so die dpa, reichte es nur für eine Dreierkoalition aus Union, SPD und Grünen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt die Union nach dem Tagesspiegel weiter aus.

Jeweils 79 Prozent äußerten sich nach der dpa unzufrieden über die Arbeit des Kanzlers und über die der Bundesregierung. Der Tagesspiegel trennt diese Frage von der Sonntagsfrage: Vom 1. bis 2. Oktober befragte Insa dazu 1001 Personen; 15 Prozent seien mit Merz zufrieden, 14 Prozent mit der Regierung. Insa-Chef Hermann Binkert sagte der Bild laut Tagesspiegel, Union und SPD würden diesen Negativtrend nicht mehr substanziell drehen können.

Die Zahlen fallen in dieselben Tage, in denen Union und SPD über Pflege, Zuckersteuer und Rente streiten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sowie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) angerufen, so der Bericht über den Koalitionsstreit.

Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 entfielen nach der Bundeswahlleiterin 20,8 Prozent der Zweitstimmen auf die AfD, 22,6 Prozent auf die CDU und 6,0 Prozent auf die CSU. Die dpa nennt für Insa im Oktober 2021 18,5 Prozent als früheren Annäherungswert der Union.

Insa gibt die maximale Fehlertoleranz der neuen Erhebung nach der dpa mit plus/minus 2,9 Prozentpunkten an. Die dpa führt nachlassende Parteibindungen und die Spannbreite möglicher Abweichungen als Unsicherheiten an.