Iran sieht laut Reuters keine Frist für die Gespräche mit den USA
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Ein mit den Gesprächen vertrauter Beamter hatte laut Reuters Antworten binnen 36 Stunden erwartet. Katars Vermittler verhandelten am Montag rund drei Stunden in Teheran.
GeopolitikFür den Austausch von Botschaften mit Washington über die Vermittler und für die Prüfung von Antworten gibt es nach Angaben eines hohen iranischen Beamten keine Frist. Das sagte er am Dienstag laut Reuters. Zuvor hatte ein in die Gespräche eingeweihter Beamter der Agentur gesagt, Rückmeldungen aus Washington und Teheran zum jüngsten Vorschlag der Vermittler würden binnen 36 Stunden erwartet.
Die katarische Delegation verhandelte am Montag nach Angaben von Außenamtssprecher Majed al-Ansari rund drei Stunden mit ihren Gesprächspartnern in Teheran und kehrte am Abend nach Doha zurück (QNA). Beide Seiten prüften nun die Vorschläge der Vermittler, die in Echtzeit ausgetauscht würden. Ein Vermittler könne die Hoffnung nicht aufgeben, sagte al-Ansari.
Teheran droht mit Antwort über die Region hinaus
Iran werde überzogene Forderungen Washingtons nicht akzeptieren, sagte der hohe iranische Beamte laut Reuters; Atomgespräche könnten erst beginnen, wenn Irans Bedingungen erfüllt seien. Auf amerikanische Angriffe werde Teheran in der Region und darüber hinaus mit Härte antworten. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagte demnach, Irans Reaktion auf eine Fehlkalkulation der USA wäre unberechenbar und geografisch nicht begrenzt. Generalstabschef Ali Abdollahi erklärte laut Reuters, das Militär aktualisiere seine Ziellisten mit amerikanischen und israelischen Einrichtungen.
Die Revolutionsgarden gaben nach dem Bericht an, nahe der Straße von Hormus eine amerikanische Drohne vom Typ MQ-9 und zwei Drohnen vom Typ Lucas abgeschossen zu haben. Der Ölpreis stieg laut Reuters um etwa 1,3 Prozent, nachdem er am Vortag in der Hoffnung auf Fortschritte der Diplomatie um mehr als sieben Prozent gefallen war.
Stand vom 3. November, abends
Iran hat die jüngste Antwort der Vereinigten Staaten auf seine Forderungen zurückgewiesen. Die Antwort sei nicht überzeugend gewesen, schrieb der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, am Dienstagnachmittag auf X. Washington müsse vollständig und ausdrücklich auf die sieben Bedingungen Irans eingehen und sie umsetzen; nur dann werde die Straße von Hormus wieder geöffnet.
Zu den Bedingungen gehören laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu eine Waffenruhe in der gesamten Region, die Freigabe eingefrorener Vermögen, die Aufhebung der Ölsanktionen, ein Ende der amerikanischen Seeblockade, Reparationen und der Abzug amerikanischer Truppen. Zuvor hatte Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf die USA am Zug gesehen (unser Bericht).
Katar sieht noch Chancen auf eine Einigung
Katars Vermittler erwarten nach einem Reuters-Bericht, den Iran International wiedergibt, binnen 36 Stunden Rückmeldungen aus Washington und Teheran zu einem neuen Vorschlag. Reuters beruft sich demnach auf einen mit den Gesprächen vertrauten Beamten.
Der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed al-Ansari, sagte nach Angaben der Staatsagentur QNA, beide Seiten prüften die Vorschläge der Vermittler. Die katarische Delegation habe am Montag rund drei Stunden in Teheran verhandelt und sei am Abend nach Doha zurückgekehrt. Dass die Gespräche weiterliefen, gebe Hoffnung auf eine Einigung; von einem Durchbruch könne man derzeit aber nicht sprechen. Den Angriff auf den katarischen Gastanker „Al Mayeda“ verurteilte Katar; die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus sei nicht verhandelbar.
Außenamtssprecher Esmail Baghaei sagte im iranischen Staatsfernsehen laut Iran International, es gebe keine neue Entwicklung hin zu einer Einigung; der Austausch von Botschaften über die Vermittler laufe weiter. Nach Angaben der chinesischen Agentur Xinhua, die sich auf die iranische Staatsagentur IRNA beruft, nannte er ein Ende des Krieges an allen Fronten, auch im Libanon, eine nicht verhandelbare Voraussetzung.
Reuters: Geheimdienstaustausch zu Iran gestört
Der Austausch von Geheimdiensterkenntnissen zu Iran und anderen Bedrohungen ist in Trumps zweiter Amtszeit nach einem Reuters-Bericht in einigen Fällen verlangsamt worden oder zeitweise zum Erliegen gekommen. Das berichtet Iran International unter Berufung auf die Agentur, die sich auf acht frühere und amtierende Beamte und Eingeweihte stützt. Fünf von ihnen sagten demnach, der National Intelligence Council habe keine eigene Lageeinschätzung zum Krieg mit Iran erstellt. Die CIA erklärte laut dem Bericht, sie beteilige sich weiter vollständig an den etablierten Verfahren; das Büro des Geheimdienstdirektors bestritt einen deutlichen Rückgang der Analysen.