Mekka-Pakt-Staaten und Iran wollen weiterreden, Erdoğan warnt vor Gewaltspirale
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Nach iranischer Darstellung sehen alle vier Staaten in Israel die Ursache der Spannungen. Ankara verweist auf steigende Kraftstoffpreise durch Berichte über Angriffe auf Iran.
GeopolitikIran, Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei wollen ihre Beratungen über die Sicherheit in der Region fortsetzen. Darauf hätten sich alle vier Staaten beim Treffen in Teheran am Montag verständigt, sagte der stellvertretende Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Ali Bagheri, nach Angaben der Staatsagentur IRNA. Die türkische Agentur Anadolu beruft sich auf eine gemeinsame Erklärung, nach der die vier Länder die Gespräche über ihre Zusammenarbeit in Fragen von Frieden und Sicherheit weiterführen wollen.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief am Abend dazu auf, jeden Schritt zu unterlassen, der die Region in eine neue Spirale der Gewalt ziehen könnte. Die sich in den vergangenen Tagen häufenden Berichte über Angriffe gegen das Nachbarland Iran hätten die Kraftstoffpreise wieder steigen lassen, schrieb er auf X.
Bagheri zufolge erkannten alle vier Teilnehmer Israel als Ursache von Spannungen und Krisen an; Einigkeit habe auch darüber bestanden, dass Iran das erste und unmittelbare Ziel Israels sei und andere Staaten folgen könnten. Die drei Partner des Mekka-Abkommens hätten sich zuvor in Pakistan und in der Türkei getroffen und Iran jeweils eingeladen; diesmal hätten sie selbst vorgeschlagen, nach Teheran zu reisen, sagte er laut einer weiteren IRNA-Meldung. Präsident Massud Peseschkian ist inzwischen nach Moskau gereist, wo Kremlchef Wladimir Putin ihn am Dienstag empfangen will.
Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei haben am Montag in Teheran mit der iranischen Führung beraten und dabei laut der Nachrichtenagentur AP auf eine Vereinbarung zwischen Iran und den USA gedrungen. Das Vierertreffen mit Sicherheitsratssekretär Mohsen Rezaei als Gastgeber begann nach Angaben der Staatsagentur IRNA gegen 14.15 Uhr MEZ; das Ende meldete IRNA um 16.14 Uhr MEZ in einem weiteren Beitrag. Als Themen nannte die Agentur die regionale Sicherheit, die Folgen militärischer Aggression sowie Hilfe für die Menschen in Palästina und im Libanon.
Nach Angaben zweier regionaler Vertreter, auf die sich AP beruft, ging es auch um den Krieg im Jemen und die Angriffe der von Iran unterstützten Huthi auf Saudi-Arabien. Präsident Massud Peseschkian sagte bei der Begegnung mit den Gästen laut AP, Iran unterstütze jede Vereinbarung, die die regionale Zusammenarbeit vertiefe und Differenzen beilege. Nach Angaben von IRNA erklärte er, die islamischen Staaten könnten gestützt auf gemeinsame Fähigkeiten der Welt ein Modell für Gerechtigkeit und Entwicklung bieten. Peseschkian flog laut IRNA gegen 15.40 Uhr MEZ nach Moskau, um am Gipfel der Gasexportländer teilzunehmen.
Angekündigt hatte das Treffen am Morgen der saudische Diplomat Rayed Krimly. Demnach leitete Verteidigungsminister Chalid bin Salman die Delegation des Königreichs, dazu kamen der pakistanische Armeechef Feldmarschall Asim Munir und der Chef des türkischen Geheimdienstes MIT, İbrahim Kalın. Krimly schrieb das um 6.38 Uhr MEZ auf X, eine englische Fassung folgte um 6.49 Uhr MEZ in einem weiteren Post.
Die Vertreter der drei Staaten sollten demnach Präsident Massud Peseschkian und den Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, treffen. Ziel des Besuchs sei es, die Lage zwischen den Parteien der aktuellen Krise zu entschärfen, Dialog und diplomatische Lösungen zu fördern und die Vermittlung Katars und Pakistans zu unterstützen. Dieselbe Begründung verbreitete die saudische Staatsagentur SPA um 12.50 Uhr MEZ unter Berufung auf das Außenministerium auf X. Das pakistanische Militär bestätigte um 10.08 Uhr MEZ auf X, dass Munir zu einem offiziellen Besuch in Teheran ist.
In Teheran hatte zuvor der stellvertretende Sekretär des Sicherheitsrats, Ali Bagheri, den Besuch angekündigt, wie die Staatsagentur IRNA um 5.56 Uhr MEZ auf ihrem Telegram-Kanal meldete. Munir habe Rezaei bei seinem Besuch in der vergangenen Woche über die Entscheidung der drei Staaten unterrichtet, nach Teheran zu reisen und eine gemeinsame Sitzung abzuhalten. Zweck sei die Beratung über regionale Sicherheit. Bagheri stellte das Treffen in den Rahmen der iranischen Idee einer Sicherheit, die die Staaten der Region ohne ausländische Mächte gewährleisten.
Außenamtssprecher Esmail Baghaei sagte auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz laut IRNA, die Initiative sei bei Munirs Besuch in Teheran vorgeschlagen und von Iran wohlwollend geprüft worden. Es sei das erste Treffen dieser Art, entsprechend viele Themen stünden zur Beratung und Entscheidung an, darunter die Expansionspolitik Israels. Dass die Staaten der Region über eigene Sicherheitsmechanismen nachdächten, nannte er einen begrüßenswerten Schritt; das Treffen könne der Anfang weiterer Schritte sein. Zum Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Jemen sagte Baghaei laut einer weiteren IRNA-Meldung, die Streitfragen müssten im Dialog gelöst werden, Iran sei zur Hilfe bereit.
Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei hatten das Abkommen am 7. August 2026 in Mekka unterzeichnet. Am 5. Oktober beschlossen sie in Riad, die Beistandspflichten nach Huthi-Angriffen auf saudische Ziele praktisch umzusetzen und vereinbarte Kräfte rasch ins Königreich zu verlegen.