Freitag, 9. Oktober 2026


Außenlage

Sicherheitspolitik

Haushaltsausschuss billigt vier weitere Fregatten zur U-Boot-Jagd

Die Marine erhält acht baugleiche MEKO-Schiffe von TKMS. Das erste soll Ende 2029 übergeben werden, nach dem Ende des F126-Programms.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat am 8. Oktober 2026 die Option auf vier weitere Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU bei thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) freigegeben, wie TKMS mitteilte. Die Deutsche Marine bekommt damit nach dem Ende des Projekts F126 acht Schiffe dieses Typs.

Die erste Fregatte werde Ende 2029 an die Marine übergeben, schreibt TKMS; die weiteren Einheiten folgten nach aktueller Planung in einem engen Liefertakt. Das Bundesministerium der Verteidigung teilt mit, die Schiffe seien vor allem für die seegestützte U-Boot-Jagd bestimmt und sollten einen Beitrag zur Verteidigung und Abschreckung in Nord- und Ostsee, im Atlantik und im Hohen Norden leisten.

Die Süddeutsche Zeitung und dpa berichten, das Ministerium habe den Wert der vier zusätzlichen Schiffe mit 5,3 Milliarden Euro angegeben. Denselben Betrag nannte das Ministerium im Juli für die Option; der Festabruf der ersten vier Fregatten lag demnach bei rund 6,3 Milliarden Euro. TKMS nennt in der Mitteilung vom 8. Oktober keinen Preis.

Defense News schreibt unter Berufung auf Reuters, das zweite Los koste einschließlich Projektunterstützung und Reserve rund 5,6 Milliarden Euro. Ein von Reuters eingesehenes Papier des Bundesfinanzministeriums, das Baird Maritime als Agenturstück wiedergibt, beziffert das Programm über acht Schiffe auf 11,6 Milliarden Euro; der reine Bauvertrag für die zusätzlichen Schiffe liege bei 5,3 Milliarden Euro, der Rest bei Projektunterstützung und Reserve. Für die vier neuen Einheiten rechnet die Regierung demnach bis 2045 mit zusätzlichen Betriebskosten von 1,55 Milliarden Euro; der Bau des zweiten Loses soll bis 2035 abgeschlossen sein.

Der Ausschuss hatte die ersten vier Schiffe und die Option am 8. Juli 2026 gebilligt. Die Auslösung der Option brauchte nach der Juli-Mitteilung des Ministeriums eine eigene Vorlage. Andere Beschaffungen hatte dasselbe Gremium am 23. September gesondert gebilligt.

TKMS bezeichnet die Serie als den größten Überwasser-Auftrag der Firmengeschichte. Vorstandschef Oliver Burkhard nannte die Entscheidung des Ausschusses ein „starkes Vertrauenssignal“. Die Werft sei bei der MEKO A-200 DEU früh in Vorleistung gegangen. „Jetzt können wir die Serie zügig fortsetzen und damit einen wichtigen Beitrag leisten, eine drohende Fähigkeitslücke der Deutschen Marine schnellstmöglich zu schließen.“

Der Bau des ersten Schiffs läuft nach einer weiteren Mitteilung des Ministeriums bereits. Seit Februar 2026 werden Sektionen gefertigt, die Kiellegung erfolgte im Mai, der Modulbau begann im April. Zur Ausstattung zählen Bugsonar und Schleppsonar, Torpedorohre für MU90-Leichtgewichtstorpedos und ein Bordhubschrauber NH-90 Sea Tiger.

Ursprünglich sollte die Fregatte F126 die U-Boot-Jagd tragen. Das Ministerium erklärte den Rücktritt vom Vertrag mit dem Generalunternehmer Damen Schelde Naval Shipbuilding nach erheblichen Leistungsstörungen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt, die niederländische Werft mache wegen Vertragsbruchs Zahlungs- und Freistellungsansprüche von rund 4,7 Milliarden Euro geltend. Die Grünen hätten sich im Haushaltsausschuss enthalten. Der haushaltspolitische Sprecher Sebastian Schäfer sagte der Zeitung, der Beschaffungsprozess um die F126 sei „ein Desaster mit einem großen Schaden für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sowie erheblichen Schadensersatzforderungen“ gewesen.