Netanjahu ordnet Sturz des iranischen Regimes an
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Der Premier wirft Irans neuem Führer Mojtaba Chamenei vor, wieder an der Bombe zu arbeiten, und beruft sich auf Trump. Verteidigungsminister Katz droht Teheran sechs Tage vor der Wahl mit Vergeltung.
GeopolitikIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Armee, Mossad und Sicherheitsdienste nach eigenen Worten angewiesen, das Regime in Iran zu stürzen. Das sei der einzige Weg, die Bedrohung durch Teheran endgültig zu beseitigen, sagte er am Mittwoch bei der Abschlussfeier eines Offizierslehrgangs auf dem Ausbildungsstützpunkt Bahad 1, wie das Premierbüro um 17.20 Uhr MESZ mitteilte. Bahad 1 liegt nach Angaben von Ynetnews im Süden Israels.
Zur Begründung sagte Netanjahu laut der Mitteilung, das Regime habe seine Lektion nicht gelernt. Irans Oberster Führer Mojtaba Chamenei trete in die Fußstapfen seines Vaters, habe gleichsam den Sicherungsstift gezogen, und Iran versuche erneut, todbringende Bomben zu entwickeln. Die Jerusalem Post gibt ihn zusätzlich mit der Aussage wieder, Iran versuche wieder, eine Atombombe zu bauen.
Nach den Berichten beider Blätter berief sich Netanjahu auch auf Donald Trump. Der US-Präsident halte den Regimesturz ebenfalls für den einzigen Weg und habe ihm vor einigen Tagen gesagt, die USA seien bereit, die Aufgabe zu Ende zu bringen, aber nur gemeinsam mit Israel. Netanjahu kündigte zudem an, die Hamas und die Hisbollah auszuschalten. Auf seinem X-Konto schrieb er am späten Nachmittag auf Hebräisch, er werde die Aufgabe gemeinsam mit Trump vollenden; man werde das Regime in Iran stürzen.
Verteidigungsminister Israel Katz sagte bei derselben Feier nach Angaben von Ynetnews, Iran und seine Verbündeten hätten in den vergangenen Tagen versucht, Anschläge voranzutreiben, die das Ergebnis der israelischen Wahl beeinflussen sollten. Das Regime sei so schwach wie nie und könne deshalb zu extremen Schritten greifen. Greife Iran Israel an, werde Iran brennen, warnte Katz.
Israel wählt am 27. Oktober. Die Armee übertrug die Reden nicht live. Ihr Sprecherstab berief sich nach Angaben von Ynetnews auf eine Anweisung der stellvertretenden Generalstaatsanwaltschaft und die Nähe zur Wahl. Das Blatt selbst schreibt das Verbot Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara zu, die unerlaubte Wahlwerbung befürchtet habe. Bei einem Wahlkampfauftritt im südisraelischen Dimona hatte Netanjahu den Regimesturz laut der Agentur AFP ebenfalls als seine Anweisung an Armee, Mossad und Sicherheitsdienste bezeichnet, wie Arab News am 21. Oktober berichtete. Auf seinem X-Konto warb Netanjahu am selben Tag mehrfach um Stimmen für den Likud.
Die Rede folgt auf einen Bericht der Financial Times vom Mittwoch, wonach Trump einen israelischen Angriff auf Iran um den 10. Oktober verhindert hat. Erst am Sonntag hatte Netanjahu eine neue Sicherheitsdoktrin vorgestellt, die Prävention und Angriff Vorrang vor Eindämmung und Verteidigung gibt. Schon dabei hatte er den Regimesturz nach Angaben der Jerusalem Post vom 21. Oktober als Anweisung an alle Sicherheitsbehörden bezeichnet.