Zahl der Toten in Komyschuwacha steigt auf 40
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Mehr als 30 Menschen könnten noch unter den Trümmern liegen. Selenskyj bittet die Partner um Hilfe bei der Luftabwehr.
GeopolitikNach dem russischen Luftangriff auf eine Schule in Komyschuwacha im Gebiet Saporischschja ist die Zahl der Toten auf 40 gestiegen. Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch auf X mit. Einige Leichen seien noch nicht identifiziert, mehr als 30 Menschen könnten noch unter den Trümmern liegen.
Die Bergungsarbeiten laufen nach seinen Angaben seit drei Tagen, unter fast ständiger Gefahr neuer russischer Angriffe. Russland habe neun Fliegerbomben eingesetzt und zuerst Menschen getroffen, die Hilfsgüter abholen wollten, danach Rettungskräfte und Polizisten. Selenskyj beklagte eine schwache Reaktion des Auslands und bat die Partner um Unterstützung bei der Luftabwehr.
Laut Kyiv Independent setzte Russland unter anderem eine drei Tonnen schwere Bombe vom Typ FAB-3000 ein. An der Suche beteiligen sich demnach auch Hundestaffeln und Spezialisten des staatlichen Grubenrettungsdienstes.
Stand vom 3. November, abends
Russische Angriffe haben in der Ukraine binnen eines Tages mindestens 38 Menschen getötet und 167 verletzt. Das berichtet der Kyiv Independent unter Berufung auf die Regionalbehörden. Der nächtliche Schlag gegen Umspannwerke, Leitungen und Kraftwerke in zehn Gebieten war laut dem Blatt der größte Angriff auf die ukrainische Energieversorgung in diesem Jahr.
In Komyschuwacha im Gebiet Saporischschja stieg die Zahl der Toten nach Angaben der Gebietsverwaltung auf 31; 20 von ihnen seien noch nicht identifiziert, 58 Menschen würden vermisst (Telegram). Es sei der Angriff mit den meisten Toten in der Region seit Beginn der russischen Großinvasion vor fast fünf Jahren. Wegen verstärkter Drohnenangriffe auf den Ort müssten die Sucharbeiten immer wieder unterbrochen werden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach bei seiner Pressekonferenz in Berlin laut Kyiv Independent von mindestens 33 Toten; mehr als 50 Menschen könnten noch unter den Trümmern liegen.
Drohnen auf Umspannwerk des Atomkraftwerks Chmelnyzkyj
Russland setzte nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe ballistische Raketen der Typen Iskander-M, KN-23 aus Nordkorea und Zirkon ein, wie der Kyiv Independent berichtet. Energieminister Denys Schmyhal zufolge richtete Russland drei Drohnen auf ein Umspannwerk, das für den stabilen Betrieb des Atomkraftwerks Chmelnyzkyj wichtig ist; er habe die Internationale Atomenergiebehörde informiert. Der größte private Versorger DTEK meldete, in drei seiner Wärmekraftwerke sei die Erzeugung ausgefallen.
In Dnipro töteten Raketen am Dienstagmorgen nach Angaben von Gouverneur Oleksandr Hanscha zwei Menschen, 20 wurden verletzt. Getroffen wurden laut Kyiv Independent auch ein Krankenhaus und ein Hospiz; etwa 50 Patienten des zerstörten Hospizes wurden in eine andere Klinik verlegt.
Stand vom 3. November, 12:26 Uhr
Russland hat die Ukraine in der Nacht zum Dienstag mit einem Großangriff auf die Energieversorgung überzogen. Hauptziele seien Kraftwerke und Umspannwerke in den Gebieten Odessa, Tscherkassy, Schytomyr, Winnyzja, Charkiw, Dnipropetrowsk, Czernowitz, Tschernihiw und Riwne gewesen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj am Vormittag auf X. In vielen Städten und Gemeinden gebe es Notabschaltungen. Russland habe 289 Angriffsdrohnen, 17 ballistische Raketen und 59 Marschflugkörper eingesetzt.
In Charkiw traf ein Angriff nach Selenskyjs Angaben eine städtische Klinik. 73 Menschen wurden verletzt, die kardiologische Abteilung wurde beschädigt. Selenskyj verwies darauf, dass der Angriff auf den Tag der Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten fiel, und forderte Hilfe bei der Luftverteidigung.
31 Tote in Komyschuwacha
Die Zahl der Toten nach dem russischen Angriff auf Komyschuwacha in der Region Saporischschja ist nach Angaben der Gebietsverwaltung auf 31 gestiegen (Telegram). Die Menschen seien getroffen worden, als sie in einem Zentrum der Gemeinde Hilfsgüter erhielten. Russische Kräfte hätten zunächst gelenkte Gleitbomben vom Typ FAB-500 und danach FAB-3000 abgeworfen; nach einem direkten Treffer sei die Betonkonstruktion des unterirdischen Zentrums eingestürzt. Insgesamt zählt die Verwaltung nun mindestens neun Einschläge; am Montagabend hatte sie noch von mindestens neun Gleitbomben vom Typ FAB-3000 gesprochen. Zuvor hatte die Verwaltung 48 Vermisste gemeldet und die Trauer in der Region auf drei Tage bis zum 5. November verlängert (Telegram).
Stand vom 3. November, morgens
Bei russischen Luftangriffen auf den Ort Komyschuwacha in der südukrainischen Region Saporischschja sind nach Angaben der Gebietsverwaltung 29 Menschen getötet worden. Fünf Menschen seien verletzt, 48 würden vermisst, teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Mychajlo Semikin, am Dienstagmorgen auf Telegram mit. Die Such- und Rettungsarbeiten dauerten an. Für Dienstag hat die Region einen Trauertag ausgerufen.
Getroffen wurde am Montag eine Schule im Ortszentrum, in der Hilfsgüter verteilt wurden. Russische Kräfte hätten den Ort mit mindestens neun gelenkten Gleitbomben vom Typ FAB-3000 angegriffen, schrieb Semikin am Montagabend auf Telegram. Unterricht fand in der Schule wegen der Nähe zur Front nicht mehr statt; das Gebäude und sein Schutzraum dienten jeden Montag als Ausgabestelle für Hilfspakete, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Angaben der Kyiv Post.
Zweiter Schlag auf den Schutzraum
Nach dem ersten Bombenangriff habe es einen zweiten Schlag mit neun weiteren Bomben gegeben, der gezielt den Schutzraum getroffen habe, in dem die Menschen Deckung gesucht hätten, schrieb Selenskyj laut Kyiv Post. Unter den Toten sind nach Angaben der Gebietsverwaltung und des staatlichen Rettungsdienstes zwei Rettungskräfte und vier Polizisten, wie Ukrinform berichtet. Die Rettungskräfte hatten bei drohendem Folgeangriff Schutz gesucht, bevor der Ort erneut getroffen wurde. Ministerpräsident Serhij Korezkyj sagte laut Kyiv Post, die Russen hätten genau gewusst, dass die Bewohner dort jede Woche Hilfe erhielten.
Kreml plant keine weiteren Evakuierungen
Der Angriff folgte einen Tag nach dem Ende der Feuerpause für die Evakuierung des russisch besetzten Oleschky im Gebiet Cherson (unser Bericht). Weitere Operationen dieser Art schloss der Kreml vorerst aus. Jeder Fall sei einzigartig, derzeit gebe es weder ähnliche Pläne noch ähnliche Initiativen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag nach Angaben von RIA Nowosti Krim. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez erklärte laut Kyiv Independent, er arbeite mit seiner russischen Amtskollegin Jana Lantratowa an einer Fortsetzung solcher humanitären Schritte. Bei der Operation in Oleschky wurden nach Angaben der amerikanischen First Lady Melania Trump fast 800 Menschen in Sicherheit gebracht.