Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Trump verteidigt nach Wahlschlappe den Iran-Krieg

Der Präsident räumt politische Kosten ein, laut Axios wägt er zwischen neuen Angriffen, einem Abkommen und der Seeblockade ab. Der Ölpreis fällt kräftig.

US-Präsident Donald Trump hat nach der Niederlage seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen eingeräumt, dass der Krieg gegen Iran die Partei Stimmen gekostet hat. Laut Axios nannte er die Analyse von Vizepräsident JD Vance am Mittwoch vor Reportern weitgehend zutreffend, weil der Krieg die Benzinpreise getrieben habe. Den Angriff würde er demnach aber wieder anordnen, da Iran keine Atomwaffe bekommen dürfe.

Die Demokraten hatten am Dienstag laut CNBC beide Kammern des Kongresses gewonnen (unser Bericht). Trump steht nun laut Axios vor drei Optionen: die Angriffe wieder aufzunehmen, ein Abkommen auszuhandeln oder Iran mit Seeblockade und Sanktionen weiter unter Druck zu setzen.

Lager in der Regierung

Vance hatte die Wahlniederlage am Mittwochmorgen auf X direkt dem Krieg zugeschrieben. Er führt laut Axios seit Monaten die Gruppe in Trumps Umfeld an, die zu einer Einigung mit Teheran rät. CIA-Direktor John Ratcliffe und Finanzminister Scott Bessent wollen dagegen, dass Trump Blockade und wirtschaftlichen Druck länger wirken lässt.

Das US-Militär schließt laut Axios unter Berufung auf amerikanische Regierungsvertreter zugleich die Vorbereitungen für eine mögliche Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen ab und verlegt weiteres Gerät in die Region. Katarische Vermittler werben demnach in Washington und Teheran für einen Vertragsentwurf, der eine Rückkehr zu den Kämpfen verhindern und direkte Gespräche in den kommenden Tagen ermöglichen soll.

Der Sekretär des iranischen Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, wertete Trumps Niederlage laut Axios als Beleg dafür, dass Iran den Krieg gewinne.

Ölpreis fällt

Am Ölmarkt setzten Händler auf eine Einigung. Die Nordseesorte Brent verlor laut CNBC am Mittwoch 8,7 Prozent und schloss bei 94,62 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI fiel um 8,3 Prozent auf 88,12 Dollar. Seit Wochenbeginn haben die Ölpreise demnach mehr als 14 Prozent nachgegeben.