Trump schließt neue Angriffe auf Iran vor den Zwischenwahlen aus
Er nannte Gespräche mit Teheran produktiv und ließ die Seeblockade uneingeschränkt in Kraft. The Atlantic hatte zuvor über Angriffsoptionen des Pentagons berichtet.
Präsident Donald Trump hat auf Truth Social erklärt, die Vereinigten Staaten würden Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November 2026 nicht angreifen. Adressat ist Teheran. Betroffen sind die Planungen für neue Schläge und der Ölpreis.
Trump schrieb, Washington führe produktive Gespräche mit der Islamischen Republik Iran. Die Seeblockade iranischer Häfen bleibe uneingeschränkt in Kraft. Iran sei wirtschaftlich und militärisch in sehr schlechter Lage. Al-Monitor und CNN überliefern den Beitrag vom 8. Oktober.
Der Ausschluss folgte auf Berichte, das Weiße Haus habe das Pentagon um Optionen für Schläge vor der Wahl gebeten. The Atlantic schrieb am 7. Oktober, zwei Regierungsvertreter zufolge entwerfe das Zentralkommando der Vereinigten Staaten (CENTCOM) Angriffe, die vor dem 3. November geführt werden könnten. Größe, Ziele und ob es dazu komme, seien offen. Die Jerusalem Post übernimmt den Bericht.
Selbst Befürworter räumten dem Atlantic ein, begrenzte Schläge allein brächten Teheran nicht an den Verhandlungstisch, öffneten die Straße von Hormus nicht und senkten die Benzinpreise nicht vor dem Wahltag. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte dem Blatt, Trump habe jederzeit alle Optionen.
Die New York Times schrieb am 8. Oktober, das Pentagon entwickle die Pläne trotz Trumps Zurückhaltung. Al-Monitor übernimmt diese Einordnung. Die Japan Times gibt den Times-Bericht so wieder: Leitende Sicherheitsberater hätten kürzlich Pläne für eine intensive Kampagne von drei Tagen erörtert.
Gulf News ergänzt aus demselben Stück, Vizepräsident JD Vance habe die Optionen am Freitag zuvor auf Camp David mit den nationalen Sicherheitsberatern besprochen. Ziele seien wieder aufgebaute Raketen- und Drohnenbestände der Revolutionsgarden, Energieanlagen und Kommandozentralen. Sicherheitsteam und Pentagon hätten Trump in den vergangenen Monaten fünf Vorschläge für größere Einsätze gegen Iran oder die Huthi vorgelegt; Trump habe alle fünf abgelehnt.
Axios schrieb unter Berufung auf ungenannte US-Vertreter, das Pentagon habe das Zentralkommando zuvor angewiesen, die Vorbereitungen für Kampfeinsätze gegen Iran abzuschließen. Gulf News übernimmt den Bericht.
Trump hat in dem Beitrag nicht gesagt, was nach dem 3. November geschieht.
Zum Inhalt der Gespräche nannte er nur, sie seien produktiv. CNN schreibt, der Anspruch folge auf Trumps Ablehnung des iranischen Vorschlags, die Straße von Hormus zu öffnen. Iran werde keine Atomwaffe erhalten, überliefert die dpa.
Außenminister Abbas Araqchi sagte am 8. Oktober, Teheran prüfe die amerikanische Antwort auf den Sieben-Tage-Plan und werde in den nächsten Tagen antworten, überliefern dpa und CNN.
Präsident Massud Peseschkian hatte am 5. Oktober gegenüber dem armenischen Außenminister Ararat Mirsojan gesagt, Verhandlungen mit einem Gegner, der täglich zu Attentaten, Sanktionen, Druck und Drohungen greife und Zusagen breche, hätten keinen Sinn. Die Tehran Times überliefert die Sitzung in Teheran. Iran sei nach Gesprächen dreimal angegriffen worden; Washington suche nicht den Dialog.
Bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin in Turkmenistan sagte Peseschkian laut Al-Monitor, Teheran führe Gespräche, aber jedes Mal, wenn man mit den Vereinigten Staaten verhandle, greife Washington erneut an. Die Islamische Republik wolle einen endgültigen Rahmen für das Kriegsende. Bestehe Washington auf einem einseitigen Kurs, sei eine Lösung nicht möglich.
Die New York Times und Gulf News berichten, die Verlegung eines dritten amerikanischen Flugzeugträgers in den Nahen Osten laufe.
Brent-Rohöl stieg am 8. Oktober auf bis zu 105,88 Dollar je Fass und ging auf 104,28 Dollar zurück. Al-Monitor führt den Anstieg auf die Berichte über mögliche Schläge vor der Wahl zurück.