Freitag, 9. Oktober 2026


Geopolitik

Ukrainische Unterhändler treffen Trumps Gesandte – Deutschland sitzt mit am Tisch

Die Runde ist auf Freitag und Samstag angesetzt. Die AFP legt sie nach Miami. Das Weiße Haus bestätigte ein Treffen am Freitag.

Ein ukrainisches Verhandlungsteam trifft am 9. und 10. Oktober 2026 in den Vereinigten Staaten die Unterhändler von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner. Dabei sitzen die nationalen Sicherheitsberater Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens sowie Vertreter der Europäischen Union und der Nato mit am Tisch. Die Runde gilt einem amerikanischen Vorschlag zum Ende des Krieges.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Reise am Donnerstagabend gegenüber Journalisten angekündigt. Das Weiße Haus bestätigte ein Treffen am Freitag. Die AFP legt die Gespräche nach Miami.

Nach Angaben eines hochrangigen US-Regierungsbeamten, den APA und das ZDF wiedergeben, sollen Witkoff und Kushner mit den Ukrainern „einen neuen, abgestimmten Vorschlag“ erörtern, „der alle Aspekte des Konflikts umfasst und darauf abzielt, den Krieg zu beenden“.

Selenskyj nannte bei einem Treffen mit Journalisten nach Ukrinform die ukrainische Delegation: Kyrylo Budanow, Serhij Kyslyzja, David Arachamija und Rustem Umjerow. Die APA gibt örtliche Medienberichte wieder, wonach der Fraktionsvorsitzende von Selenskyjs Partei, David Arachamija, der Chef des Auslandsgeheimdienstes, Rustem Umjerow, der Chef der Präsidialkanzlei Kyrylo Budanow und Budanows erster Vize, Serhij Kyslyzja, zum Team der Ukraine gehören. Selenskyj erwarte das Team Montagfrüh in Kiew zurück und werde dann berichten. Die ukrainische Seite wisse, welche Fragen sie stellen müsse, darunter raschere Finanzhilfen und eine stärkere Flugabwehr.

Eingeladen sind nach AFP die nationalen Sicherheitsberater des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und Deutschlands sowie Vertreter von Nato und EU. Ein Sprecher der Europäischen Kommission bestätigte Euronews die Teilnahme der Kommission. Euronews schreibt unter Berufung auf einen Vertreter, die Nato habe ihren Stabschef Geoffrey van Leeuwen entsandt. Russland sitze nach diesem Bericht nicht mit. Radio Free Europe/Radio Liberty erwartet außerdem Vertreter des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus und des US-Finanzministeriums. Die große Runde mit den Sicherheitsberatern Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands sowie Vertretern von Nato und EU beginnt nach diesem Bericht um 11.30 Uhr Ortszeit, 17.30 Uhr deutscher Zeit.

US-Bedienstete sagten der AFP, erörtert würden Sicherheitsgarantien für die Ukraine, ein Plan für den Wiederaufbau nach dem Krieg und weitere Aspekte des Konflikts. Die Tagesschau gibt denselben Satz wieder. Nach Axios geht es in Miami auch um eine Teilwaffenruhe für Energieanlagen und Getreidetransporte. Nach der Deutschen Welle sagte eine US-Quelle der AFP, die Ideen stammten aus der jüngsten Reise der amerikanischen Unterhändler zu Russen und Ukrainern in der Region; Radio Free Europe/Radio Liberty führt mit den Plänen vertraute Quellen für denselben Ursprung an. Axios schreibt, Witkoff und Kushner könnten noch im Oktober erneut zu Putin nach Moskau reisen. Die US-Quelle sagte, alle seien nervös wegen des Winters; werde der Krieg nicht beendet, werde der Winter hart.

Selenskyj sagte bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Außenminister Ed Miliband in Pryluky: „Wir befinden uns nicht in einer diplomatischen Sackgasse.“ Die russische Wirtschaft müsse blockiert und die Waffenproduktion durch Sanktionen stillgelegt werden. Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio in Lissabon den Krieg als Sackgasse beschrieben. Kremlsprecher Dmitri Peskow stimmte dieser Einschätzung nach der Deutschen Welle zu und sah keine unmittelbare Aussicht auf ein Dreiertreffen der Staats- und Regierungschefs. Am Donnerstag sagte Peskow nach der Jerusalem Post, Russland wolle keine bruchstückhafte, sondern eine umfassende Lösung.

Am 5. Oktober hatte Selenskyj gesagt, er rechne damit, dass Washington im Oktober ein Dreiertreffen der Ukraine, Russlands und der USA organisiere. Diese Runde in den Vereinigten Staaten ist das Arbeitsformat ohne Moskau. Am 4. Oktober war Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew und hatte Abfangdrohnen zugesichert; dort hatte Selenskyj bereits von einem amerikanischen Vorschlag für Gespräche auf technischer Ebene bis Ende Oktober gesprochen.