Donnerstag, 8. Oktober 2026


Geopolitik

Pentagon weist CENTCOM an, Kampfeinsätze gegen Iran vorzubereiten

Die Weisung enthält nach Axios kein Datum. Trump hat dem Bericht zufolge noch nicht entschieden; israelische Quellen halten einen Schlag vor den US-Zwischenwahlen für möglich, aber nicht für wahrscheinlich.

Das US-Verteidigungsministerium hat das Zentralkommando der Vereinigten Staaten (CENTCOM) vor mehreren Tagen angewiesen, die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme großer Kampfeinsätze gegen Iran abzuschließen. Das schreibt Axios unter Berufung auf US-Vertreter. Die Weisung enthält nach diesem Bericht kein Datum. Präsident Donald Trump hat demnach noch nicht entschieden. Getroffen wären iranische Energieanlagen, Infrastruktur und Atomanlagen.

Sollten die großen Kampfeinsätze wieder anlaufen, rechnet Axios mit umfangreichen Bombardements dieser Ziele, voraussichtlich gemeinsam mit den israelischen Streitkräften. Ein Pentagon-Vertreter sagte dem Blatt, die Aufgabe des Ministeriums sei es, dem Präsidenten militärische Optionen zu entwickeln und vorzulegen.

Amerikanische und israelische Quellen sagten Axios, die Einsätze könnten vor den US-Zwischenwahlen stattfinden, möglicherweise auch vor den israelischen Wahlen eine Woche zuvor. Die Zwischenwahlen sind am 3. November 2026; das Bipartisan Policy Center verweist auf das Bundesgesetz, das den Termin auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November legt. Ein zweiter israelischer Vertreter sagte Axios, die Diskussion über eine Wiederaufnahme habe zugenommen. Die Chancen vor den Wahlen seien nicht hoch, man schließe sie aber nicht aus; nach den Zwischenwahlen stiegen sie deutlich.

Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte Axios, Trump habe jederzeit alle Optionen. Die Vereinigten Staaten kontrollierten die Straße von Hormus, die iranische Wirtschaft kollabiere, Iran sei dezimiert. Es gehe den leichten oder den harten Weg. Trump habe alle Trümpfe in der Hand und werde tun, was für die Vereinigten Staaten das Beste sei. Teheran koppelt die Öffnung der Meerenge an sieben Bedingungen.

Die Verlegung eines dritten amerikanischen Flugzeugträgers in den Nahen Osten läuft. Die B-1-Bomber von RAF Fairford sind auf Heimatbasen in den Vereinigten Staaten zurück; das Pentagon nannte die Besatzungen weiter bereit für Einsätze, die vom amerikanischen Festland starten. Axios schreibt, eine Wiederaufnahme in den nächsten drei bis vier Wochen könne die Zwischenwahlen beeinflussen, unter anderem weil die Ölpreise steigen könnten. Das Blatt verweist auf einen Bericht des Atlantic vom selben Mittwoch, Trump erwäge einen Schlag vor der Wahl.

Axios datiert ein mehrstündiges Treffen von Trumps nationalem Sicherheitsteam auf Camp David auf den Freitag vor dem Bericht. Ein israelischer Vertreter sagte dem Blatt, ein Teil der Sitzung habe einer möglichen Wiederaufnahme großer Kampfeinsätze gegolten. Außenminister Marco Rubio sprach danach laut Axios von langfristiger außenpolitischer Planung. Trump telefonierte dem Bericht zufolge am Mittwoch mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, das zweite Gespräch seit Tagen nach wochenlangem fast vollständigem Schweigen. Ein US-Vertreter sagte Axios, es sei um Gedenken und Respekt für die Opfer des Massakers vom 7. Oktober gegangen. Der Anruf folgte nach Angaben des ersten israelischen Vertreters auf eine Sitzung von Netanjahus Sicherheitsteam zu Iran.

Zwei israelische Vertreter sagten Axios, das iranische Regime sei verzweifelt und paranoid und könnte zuerst zuschlagen; Iran habe zwei Überraschungsangriffe erlitten und wolle keinen dritten.

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sind nach Axios ohne Fortschritt. Katarische Vermittler warteten weiter auf eine iranische Antwort auf einen amerikanischen Gegenvorschlag, der nukleare Zugeständnisse verlange.