Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Trump bestätigt Schlag gegen iranische Flugabwehranlage

Der Präsident spricht von einem kleinen Angriff auf eine gerade fertiggestellte Anlage und nicht von Krieg. US-Beamte hatten den Schlag zuvor als Reaktion auf einen iranischen Angriff beschrieben.

Präsident Donald Trump hat den amerikanischen Schlag gegen Iran in der Nacht zum Dienstag bestätigt. Iran habe eine Flugabwehranlage gebaut, sagte Trump, ohne Qeshm namentlich zu nennen, in der Sendung Fox & Friends von Fox News. Der Bau habe etwa zwei Monate gedauert, die Vereinigten Staaten hätten ihn beobachtet und die Anlage getroffen, sobald sie fertiggestellt gewesen sei.

Trump beschrieb den Einsatz als kleinen Angriff und nicht als Krieg. Auf die Frage nach dem nächsten Schritt der Vereinigten Staaten sagte er, man werde sehen; er wolle nicht viele Menschen töten, werde es aber tun, wenn es nötig sei. US-Beamte hatten zuvor mehreren Medien gesagt, die Streitkräfte hätten am Montag die Insel Qeshm in der Straße von Hormus angegriffen, nachdem Iran auf ein amerikanisches Flugzeug geschossen habe.

Der Schlag sei defensiv gewesen und bedeute weder eine Rückkehr zu amerikanischen Angriffen auf Iran noch den Beginn einer Eskalation, sagte ein Regierungsvertreter Fox News. Trump selbst sagte: „It’s just a minor attack. It wasn’t war.“ Nach Angaben von Iran International fügte er hinzu, man habe Iran zu Beginn des Krieges sehr hart getroffen, aber das sei es gewesen.

Stand vom 3. November, morgens

Die Vereinigten Staaten haben laut ABC News am Montag Ziele auf der iranischen Insel Qeshm in der Straße von Hormus angegriffen. Zwei amerikanische Regierungsvertreter beschrieben die Luftschläge gegenüber dem Sender als begrenzt und defensiv. Sie seien eine Reaktion auf einen iranischen Angriff auf ein amerikanisches Flugzeug gewesen und bedeuteten keine Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen gegen Iran, sagte einer von ihnen. Das Zentralkommando CENTCOM beantwortete Anfragen von ABC News nicht.

Ein amerikanisches Kampfflugzeug zerstörte nach Angaben eines US-Beamten gegenüber Axios einen Startwerfer für Flugabwehrraketen der Revolutionsgarden, nachdem diese eine Rakete auf ein US-Flugzeug abgefeuert hatten, wie Iran International berichtet. Das Wall Street Journal berichtete nach Angaben von Iran International und Jerusalem Post, der Angriff sei Teil einer Serie begrenzter Schläge, die Washington in den vergangenen Wochen verdeckt gegen Iran geführt habe.

Schläge sollten kein Signal setzen

Anders als frühere Vergeltungsschläge nach iranischen Angriffen auf Handelsschiffe seien die Angriffe der vergangenen Wochen nicht öffentlich gemacht worden, sagte einer der Beamten laut ABC News. Damit habe man vermeiden wollen, dass sie als Wiederaufnahme des Krieges verstanden würden. Iran habe die Zahl seiner Angriffe auf Handelsschiffe in der Meerenge zuletzt erhöht.

Iran hatte am Montag erklärt, zwei amerikanische Aufklärungsdrohnen vom Typ RQ-170 abgeschossen zu haben; ein US-Beamter wies das laut ABC News als falsch zurück. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA hatte am Montag mehrere Explosionen auf Qeshm gemeldet, berichtet die Jerusalem Post. Auch ihr bestätigte ein US-Beamter den Angriff; er sei begrenzt und keine Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen.

Angriff vor den Zwischenwahlen

Der Schlag fiel auf den Vorabend der Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, er habe es mit einer Entscheidung über eine Wiederaufnahme des Krieges nicht eilig; katarische Vermittler arbeiten an einem Entwurf für neue direkte Gespräche (unser Bericht). Einige arabische Staaten haben Iran nach Angaben des Wall Street Journal gewarnt, sie könnten einzeln oder gemeinsam Vergeltung üben, sollte Teheran ihre Infrastruktur angreifen, berichtet Iran International.