Witkoff trifft Selenskyj in Oslo
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Kyjiw hat die US-Gesandten ausdrücklich dazugebeten. Anschließend will Witkoff laut Axios nach Russland weiterreisen, das Weiße Haus bestätigt das nicht.
GeopolitikDer US-Sondergesandte Steve Witkoff trifft den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag in Oslo. An den Gesprächen nehmen auch Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre teil, wie das Büro des norwegischen Regierungschefs mitteilte. Witkoff reist an, Jared Kushner ist zugeschaltet. Die Ukraine habe um die Teilnahme der beiden US-Gesandten gebeten, erklärte Støre. Ziel sei, die diplomatischen Bemühungen auf einen konstruktiveren Weg zu bringen.
Nach Angaben von Euronews sollen auch Vertreter der sogenannten E4, also Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Polens, sowie der EU und der Nato teilnehmen; die EU-Kommission bestätigte dem Sender eine Einladung Kyjiws. Laut Axios will Witkoff anschließend nach Russland reisen, um Wladimir Putin Vorschläge vorzulegen, die mit der Ukraine und den Europäern ausgearbeitet wurden. Das Portal beruft sich auf einen US-Beamten. Das Weiße Haus hat die Reise nicht bestätigt und eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht beantwortet.
Die Gespräche laufen laut Axios auf zwei Schienen: Sicherheitsgarantien, europäische Integration und ein wirtschaftlicher Rahmen für die Ukraine nach dem Krieg sowie ein umfassender Vorschlag an Russland, einschließlich einer neuen Sicherheitsordnung zwischen Russland und Europa. Witkoff solle in Moskau zudem die Freilassung des in Russland inhaftierten US-Bürgers Stephen Hubbard erreichen. Kushner nimmt demnach wegen einer Grippe nur per Video teil.
Vor dem Treffen telefonierte Selenskyj mit US-Außenminister Marco Rubio. Nach eigener Darstellung sprach er über Abfangraketen gegen ballistische Raketen, die Frühwarnung vor russischen Raketenangriffen und die Wiederherstellung von Starlink und Starshield, wie die Ukrainska Prawda berichtet. Beide wollten bald erneut sprechen. Washington bestreitet laut AFP, den Austausch von Geheimdienstinformationen mit Kyjiw eingeschränkt zu haben.
Im Interview mit dem Corriere della Sera beklagte Selenskyj, die Einschränkungen bei Geheimdienstinformationen und die gedrosselte Starlink-Verbindung seien keine bloßen Drohungen mehr, sondern Realität, und unfair. Er habe Trump angeboten: Wenn die USA Putin nicht stoppen könnten und von Kyjiw einen Verzicht auf Gegenschläge verlangten, sollten sie wenigstens Abfangraketen zum Schutz der Energieanlagen liefern. Das sei abgelehnt worden. Zu einem Treffen von Trump, Putin und Xi sagte er, die Ukraine wolle gefragt werden, wenn über sie gesprochen werde. Trump hatte am Montag erklärt, es sei Zeit, dass jemand anderes für die Ukraine verhandle.