Israel lässt private Warenlieferungen nach Gaza wieder zu
https://www.aussenlage.de/artikel/israel-laesst-private-warenlieferungen-nach-gaza-wieder-zu
Laut COGAT melden die Händler, die Hamas verzichte offenbar auf ihre Abgabe pro Lkw. Am selben Tag kürzt das Welternährungsprogramm seine Hilfe für eine halbe Million Menschen im Küstenstreifen.
GeopolitikIsrael nimmt die Einfuhr von Waren privater Händler in den Gazastreifen schrittweise wieder auf. Das teilte COGAT, die für den Gazastreifen zuständige Behörde des Verteidigungsministeriums, am Montag um 14.52 Uhr auf X mit. Die Händler hatten die Koordinierung der Lkw-Lieferungen demnach mehrere Tage lang ausgesetzt, aus Protest gegen Abgaben und Drohungen der Hamas. Inzwischen hätten sie COGAT mitgeteilt, die Hamas habe ihre Forderungen offenbar zurückgezogen: rund 10.000 Schekel pro Lkw und den Verkauf der Waren gegen Bargeld.
Die Angaben der Händler belegten für sich genommen nicht, dass die Hamas keine Abgaben mehr erhebe, schränkte COGAT ein. Die Lieferungen liefen daher schrittweise an, Vorrang hätten Güter des Grundbedarfs vor dem Winter. Zugleich werde stärker kontrolliert, dass die Händler Zahlungen ausschließlich per dokumentierter Banküberweisung leisten und empfangen. Wer an die Hamas zahle, verliere seine Zulassung. Die Wiederaufnahme entspreche Israels Verpflichtungen aus den humanitären Bestimmungen der Waffenruhe.
Während des Stopps war die Zahl der Lkw, die täglich Waren nach Gaza brachten, nach Angaben der Times of Israel unter Berufung auf COGAT von etwa 600 auf 300 gefallen. Zugelassen sind nach Angaben einer Sicherheitsquelle der Zeitung 13 Händler. Ein Vertreter der Handelskammer in Gaza bestätigte dem Blatt, dass Händler ihm von Abgabeforderungen der Hamas berichtet hätten.
Am selben Tag kündigte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen an, seine Hilfe in Gaza wegen fehlender Mittel um rund ein Drittel zu kürzen. Seit Oktober versorge es nur noch 1,1 statt 1,6 Millionen Menschen im Monat, eine halbe Million verliere damit den Zugang zu Hilfe, heißt es in der Mitteilung des WFP. Die Rationen würden halbiert, die Zahl der warmen Mahlzeiten sinke von 250.000 auf 150.000 am Tag. Für Gaza und das Westjordanland benötige das Programm bis März 2027 rund 450 Millionen Dollar.
Die Waffenruhe gilt seit Oktober 2025, tödliche Angriffe halten jedoch an, wie unsere Bilanz nach einem Jahr zeigt. Palästinensische Medien meldeten am Montag laut Times of Israel fünf Tote bei israelischen Angriffen in Gaza-Stadt und Chan Junis. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht.