Dienstag, 20. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Deutschland

AfD bestätigt laut Bild Hackerangriff auf Hosting-Dienstleister

Kopiert wurden nach Angaben eines Parteisprechers gegenüber Bild Teile weniger, meist alter Postfächer. Ob die im Netz veröffentlichten Mails echt sind, prüft die Partei noch.

Die AfD hat nach einem Bericht der Bild einen Hackerangriff auf einen Dienstleister der Partei bestätigt. Bei einem Angriff auf einen Hosting-Dienstleister im September seien offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer unrechtmäßig kopiert worden, die meisten davon seit Jahren ungenutzt, sagte ein Parteisprecher der Zeitung, die den Bericht in der Nacht zum Dienstag um 0.39 Uhr veröffentlichte. Zum Umfang des Datenabflusses machte die AfD laut Bild keine Angaben.

Ähnlich informierte die Parteiführung die Landesverbände in einer internen Mail, die der B.Z. vorliegt. Der Angriff sei nach kurzer Zeit erkannt und gestoppt worden, die aktuellen Postfächer des Bundesverbands seien nicht betroffen. Eine belastbare Einschätzung zu Umfang und Echtheit der veröffentlichten Inhalte sei erst nach Abschluss einer Prüfung möglich.

Der Sprecher sagte Bild wörtlich: „Im September 2026 kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer – von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren – widerrechtlich kopiert wurden.“ Alle betroffenen Nutzer seien informiert worden.

Anlass ist eine Internetseite, auf der nach Bild-Angaben KI-Zusammenfassungen von Mails aus der Partei erschienen sind. Insgesamt soll es sich laut Bild um 421.179 Mails mit 281 Gigabyte handeln. Prüfen lässt sich die Zahl nicht, eine Anfrage der Zeitung an die Betreiber der Seite blieb bislang unbeantwortet. Ob die Unterlagen echt sind und aus dem Angriff vom September stammen, ist offen; die AfD untersucht das nach Darstellung der B.Z. derzeit.

Ob Strafverfolgungsbehörden ermitteln oder die Partei Anzeige erstattet hat, geht aus den Berichten von Bild und B.Z. nicht hervor.