Freitag, 23. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Barrack hält Schlag gegen Iran am Wochenende für möglich

Der US-Botschafter in der Türkei schließt einen Angriff schon in den kommenden Tagen nicht aus. Präsident Trump sagt laut Times of Israel, er wisse davon nichts.

Der amerikanische Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, hält einen Militärschlag der USA gegen Iran schon an diesem Wochenende für möglich. Die Frage, ob es an diesem Wochenende zu einem Angriff kommen könne, bejahte er in einem Interview mit dem Kommentator Mario Nawfal, wie Nawfal am Freitagnachmittag auf X veröffentlichte. Barrack ist zugleich Sondergesandter für Syrien und den Irak; eine direkte Zuständigkeit für Iran hat er laut der Nachrichtenagentur AFP nicht. Er äußere sich regelmäßig öffentlich zur Lage im Nahen Osten, oft sei aber unklar, ob er Regierungspolitik oder seine persönliche Sicht vertrete, schreibt die Times of Israel.

Präsident Donald Trump ging am Abend auf Distanz. Vor dem Abflug in Florida auf Barracks Äußerungen angesprochen, nannte er ihn laut Times of Israel seinen Botschafter in der Türkei und einen wohl ziemlich mächtigen Mann. Falls es so sei, wisse er nichts davon. Trump hatte neue Angriffe vor den Zwischenwahlen am 3. November zuvor ausgeschlossen. Nach einem Bericht der New York Times bereiten amerikanische und israelische Streitkräfte eine Operation nach der Wahl vor.

Zugleich betonte Barrack in dem Interview laut Times of Israel die Bereitschaft Washingtons zu einem Abkommen. Der Präsident sei offen dafür; Fragen der Weiterverbreitung von Atomwaffen und der Urananreicherung bezeichnete er als Details. Verhandelt werde über die Freigabe eingefrorener Vermögen, die Aufhebung von Sanktionen und ein Ende der militärischen Auseinandersetzung. Bedrohe Iran weiter die Welt, die Verbündeten der USA und die Golfstaaten, werde das Folgen haben – allerdings keinen Regimewechsel, an dem Trump nicht interessiert sei. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte nach Angaben der Zeitung Anfang der Woche erklärt, er habe Trump gegenüber betont, dass das iranische Regime gestürzt werden müsse.

Am selben Tag hatten in Istanbul Außenminister aus Europa und der Region vor einem neuen Krieg gegen Iran gewarnt; ein solcher Angriff würde den Konflikt nach ihrer Einschätzung ausweiten.