Bund sichert sich laut Handelsblatt 50 Prozent an KNDS
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Ein Schreiben des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss nennt Signing noch für November und Vollzug für Dezember. Der Preis für die Hälfte soll unter den im Juni für 40 Prozent bewilligten 7,2 Milliarden Euro liegen.
SicherheitspolitikDie Bundesregierung hat sich laut Handelsblatt vom 5. November mit den Eigentümerfamilien der Wegmann-Holding auf den Erwerb von 50 Prozent am deutsch-französischen Panzerbauer KNDS verständigt. Die Zeitung beruft sich auf ein als Verschlusssache eingestuftes Regierungsdokument; der SPIEGEL zitiert denselben Tag ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags mit derselben Einigung. Das Originalschreiben ist öffentlich nicht abrufbar.
Laut dem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt, strebt Wegmann die Zeichnung des Kaufvertrags noch im November 2026 an; der Vollzug sei für Dezember geplant. Der verhandelte Kaufpreismechanismus führe dazu, dass der Bund für 50 Prozent eine deutlich niedrigere Summe zahle als die im Juni für lediglich 40 Prozent bewilligten 7,2 Milliarden Euro. Der genaue Kaufpreis ist nicht öffentlich.
KNDS fertigt unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2, den Schützenpanzer Puma und den Radpanzer Boxer. Die Familien Bode und Braunbehrens halten über die Wegmann-Holding bislang 50 Prozent, den Rest der französische Staat. Laut tagesschau vom 5. November beschäftigt der Konzern gut 11.000 Menschen und erzielte 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro; Sitz ist Amsterdam, die deutsche Zentrale München. Die Bundeswehr ist demnach der größte Kunde.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Einigung laut tagesschau noch nicht offiziell bestätigt, betonte aber die Bedeutung des Herstellers für die Sicherheitsinteressen des Landes. Ein Vertrag ist noch nicht unterschrieben. KNDS und die Familien äußerten sich den Berichten zufolge nicht.
Mit 50 Prozent erreiche der Bund laut dem BMF-Schreiben, wie es der SPIEGEL wiedergibt, paritätischen Einfluss in Gremien wie der Hauptversammlung und könne bei zentralen Fragen nicht überstimmt werden. Ein Börsengang der Familien war im Frühsommer verschoben und im Herbst abgesagt worden. Zeitweise hatten die Eigentümer laut tagesschau auch mit einem Verkauf an die tschechische Czechoslovak Group oder den US-Investor Warburg Pincus geliebäugelt.
An späteren Börsenplänen hält die Bundesregierung den Berichten zufolge fest. Laut n-tv unter Berufung auf das BMF-Schreiben sei mit Frankreich vereinbart worden, die jeweiligen Beteiligungen später um je zehn Prozent abzuschmelzen, um bei geeigneten Marktbedingungen erneut an die Börse zu gehen. Die Familien sollen laut tagesschau einen Paketzuschlag sowie einen Anteil an der Dividende für 2026 erhalten haben; beides stammt aus den genannten Zeitungsberichten, nicht aus einer öffentlichen Bestätigung der Parteien.