Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Helsing übergibt dem Bund den Code für MissionOSBw

Die Software soll unbemannte Kampfflugzeuge und Sensoren verschiedener Hersteller vernetzen. Zum Wert des Vorhabens kursieren zwei sehr unterschiedliche Zahlen.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat von dem Rüstungs-KI-Unternehmen Helsing den Quellcode des Mission Operating System Bundeswehr (MissionOSBw) entgegengenommen. Die Software bildet den Kern des Vorhabens Combat Fighter System of Systems Nucleus (CFSN), teilte das Amt am Mittwoch mit. Der Quellcode liegt demnach beim Bund, der ihn für künftige Waffensysteme nutzen, anpassen und weiterentwickeln kann.

Helsing übergab das erste Release laut dem Fachportal hartpunkt zusammen mit technischer Dokumentation und einem Software Development Kit. Die offene, modulare Architektur soll unbemannte Kampfflugzeuge, Sensoren und Missionsmodule vernetzen.

Module verschiedener Anbieter

Nach Angaben des BAAINBw sollen Missionsmodule wie Radar-, Sensorverarbeitungs- oder Autonomiefunktionen unabhängig voneinander entwickelt, getestet und ausgetauscht werden können, ohne das Gesamtsystem neu aufzubauen. Die Software folgt dem Modular Open Systems Approach (MOSA) und wird als Government Open Source Software betrieben. Der übergebene Code soll im Rahmen von CFSN weiterentwickelt und mit experimentellen Plattformen erprobt werden.

Die Nachrichtenagentur Reuters wertete die Regelung am 4. November als ungewöhnlich für eine Branche, in der Hauptauftragnehmer Schlüsselsoftware, Schnittstellen und geistiges Eigentum häufig selbst behalten. Die Agentur verweist auf die Streitigkeiten zwischen Dassault Aviation und Airbus Defence and Space um Führung und Arbeitsanteile im europäischen Kampfflugzeugprogramm FCAS.

Zwei Angaben zum Volumen

Der Haushaltsausschuss hatte CFSN im Juli 2026 gebilligt. Das BAAINBw beziffert das Volumen auf mehr als 220 Millionen Euro; es umfasst unter anderem zwei experimentelle unbemannte Kampfflugzeuge mit dem Namen BALU und zwei Bodenkontrollstationen. Reuters nennt dagegen unter Berufung auf Industriedokumente, über die Politico berichtet hatte, rund 580 Millionen Euro.

Entwickelt wird das Vorhaben laut Reuters und hartpunkt von einem Konsortium unter Führung von Helsing mit Hensoldt, Rohde & Schwarz, MBDA und Diehl Defence.