Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Staatsanwaltschaft ermittelt laut dpa gegen fünf Soldaten in Weißenfels

Die Bundeswehr hat laut MDR zehn Angehörige des Sanitätsregiments 1 vom Dienst freigestellt und prüft Führungsversagen.

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt laut dpa gegen fünf Soldaten des Sanitätsregiments 1 der Bundeswehr in Weißenfels. Es geht um Vorwürfe sexualisierten Fehlverhaltens und um mögliche Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, wie die Zweigstelle Naumburg auf Anfrage der Agentur bestätigte, berichtet n-tv.de am 4. November. Die Bundeswehr hat die Verfahren gegen die fünf Männer demnach formell abgegeben.

Gegen fünf weitere Soldaten besteht nach Informationen des MDR ein Anfangsverdacht; sie wurden noch nicht angehört. Allen zehn hat die Bundeswehr laut MDR vorläufig den Zutritt zur Kaserne untersagt und sie vom Dienst freigestellt.

Ermittlungen am Anfang

Die fünf Beschuldigten sind laut dpa zwischen 36 und 46 Jahre alt und sollen als Vorgesetzte oder Ausbilder über den mutmaßlich betroffenen Rekrutinnen gestanden haben. Den Ermittlern liegen bislang nur Vernehmungen vor, die die Bundeswehr selbst geführt hat; weitere Beweismittel will die Staatsanwaltschaft anfordern. Das Verfahren stehe ganz am Anfang, sagte ein Sprecher der Agentur.

Die bisherigen Aussagen deuteten nach Angaben des Sprechers eher auf freiwillige Handlungen hin. Wegen des Machtgefälles könnten sie dennoch problematisch und strafrechtlich relevant sein. Ob eine Betroffene zur Tatzeit minderjährig war, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft offen.

Nach ersten Erkenntnissen geht es laut MDR nicht um Vergewaltigungen, sondern um mutmaßlich unangemessenes Verhalten von Vorgesetzten gegenüber Untergebenen. Die Staatsanwaltschaft prüft demnach auch Berichte über einen Wettbewerb unter Ausbildern, wer mit den meisten Rekrutinnen intime Beziehungen eingeht. Im Raum steht außerdem der Missbrauch von Dopingmitteln und Steroiden.

Bundeswehr verschärft Auswahl der Ausbilder

Die Bundeswehr prüft laut MDR, ob Führungsversagen in der Ausbildungseinheit ein Klima begünstigt hat, in dem es zu Dienstvergehen, Grenzüberschreitungen und sexualisiertem Fehlverhalten kam. Auswahl und Kontrolle von Führungs- und Ausbildungspersonal sollen strenger werden. Disziplinarische Schritte liegen laut dpa bei der Bundeswehr.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Oktober Aufklärung angekündigt. Sollten sie sich bestätigen, seien sie „widerwärtig“, sagte der SPD-Politiker laut MDR.