Burnham berichtet von Merz-Aussage zu AfD und Russland
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Der britische Premier gibt in einem noch unveröffentlichten Podcast wieder, was der Kanzler ihm in Berlin gesagt haben soll. Eine Bestätigung aus Berlin liegt bislang nicht vor, Belege für eine Finanzierung nennt Burnham nicht.
DeutschlandDer britische Premierminister Andy Burnham hat in einem Podcast wiedergegeben, wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Treffen in Berlin die AfD beurteilt haben soll. Nach dem Bericht der Nachrichtenagentur PA im Independent sagte Burnham in „The Rest Is Politics“: „You know he was saying to me that the AfD are clearly linked to Russia, funded I believe.“ Es ist Burnhams Wiedergabe eines Gesprächs; eine Bestätigung von Merz oder der Bundesregierung ist nicht bekannt, und Burnham nennt keine Belege dafür, dass Russland die Partei finanziert.
Die Folge erscheint am Montag, die Sätze stammen aus Vorabberichten. Der Tagesspiegel meldete sie am Sonntag um 15:57 Uhr und verweist auf den britischen Observer, der den Podcast zuerst aufgegriffen habe. Die Zeitung schreibt, eine Bestätigung oder Stellungnahme von Merz oder der Bundesregierung habe auf ihre Anfrage zunächst nicht vorgelegen. Die geöffnete Observer-Seite enthält Burnhams Äußerung zu russischer Desinformation in der deutschen Politik und zum Brexit, den Satz über die AfD aber nicht; er steht in der PA-Fassung und im Tagesspiegel.
Zur Einordnung hält der Tagesspiegel fest, eine Finanzierung der AfD als Partei durch Russland wäre eine neue und schwerwiegende Erkenntnis. Bislang sei juristisch nur gegen einzelne AfD-Politiker ermittelt worden, weil sie möglicherweise Geld aus einem prorussischen Umfeld erhalten haben sollen; die Betroffenen wiesen das zurück. Burnham sagte laut Observer und Independent außerdem, aus Russland wirkten ganz sicher Falsch- und Desinformation in die deutsche Politik hinein. Das Treffen mit Merz datiert der Tagesspiegel auf die vergangene Woche, der Independent auf diese Woche.
Merz hatte sich zur AfD und Russland bereits öffentlich geäußert. In seiner Laudatio auf die Nato bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises in Münster am 1. Oktober sagte er nach dem Spiegel, Deutschland werde sich nicht spalten lassen, auch nicht durch „Parolen der AfD und ihrer russischen Hintermänner“. Auf die Frage der Berliner Zeitung in der Regierungspressekonferenz am 5. Oktober, wer diese Hintermänner seien, antwortete der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer laut der Zeitung: „Ich glaube, das ist viel und breit dokumentiert.“ Namen oder Dokumente habe er auch auf Nachfrage nicht genannt. Von Finanzierung sprach Merz in Münster nach den geöffneten Berichten nicht.
Burnham setzte die Aussage in den Zusammenhang seiner Warnung vor ausländischer Einflussnahme. Er wolle, sagte er laut Observer und Independent, Wählern in Deutschland und Frankreich verständlich machen, dass ein Teil dieser Politik von Russland angestoßen werde. Großbritannien sei dabei zu lange in der Defensive gewesen. Zum Brexit-Referendum 2016 sagte er, er habe beim Amtsantritt gefragt und die klare Antwort erhalten, dass es russische Einmischung gegeben habe; es ist nach dem Observer das erste Mal, dass ein Premierminister das bestätigt. Ein Sprecher von Downing Street lehnte laut Observer eine Stellungnahme zum Inhalt von Burnhams Briefing ab und verwies auf den Schutz vor ausländischen Mächten und deren Stellvertretern.
Eine Stellungnahme der AfD zu Burnhams Äußerung und eine Reaktion aus Moskau lagen in den geöffneten Quellen bis Sonntagnachmittag nicht vor. Burnham war zuvor in den Berichten dieser Seite Thema, als er Präsident Selenskyj weitere Sanktionen gegen Russland zusagte. Die AfD ist nach der Landtagswahl vom 6. September in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft und stellt dort den Landtagspräsidenten. Stand ist Sonntag, der 11. Oktober 2026, gegen 17:30 Uhr (MESZ); die Podcast-Folge selbst lag nicht vor.