Dänemark kauft weitreichende Raketen von Kongsberg und Covenant
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Die Regierung spricht von einem Paradigmenwechsel. Stückzahl, Preis und Liefertermin hält sie unter Verschluss, damit Russland diese Angaben nicht erhält.
SicherheitspolitikDänemark kauft zwei Typen weitreichender Präzisionswaffen: die Joint Strike Missile des norwegischen Konzerns Kongsberg, die von den F-35-Kampfflugzeugen der Luftwaffe eingesetzt werden kann, und den Marschflugkörper Anthem des US-Unternehmens Covenant, der vom Boden aus gestartet wird. Das hat Verteidigungsminister Jeppe Bruus am Donnerstag bekanntgegeben, wie aus der Mitteilung des dänischen Verteidigungsministeriums hervorgeht. Die Käufe gehen demnach auf eine Empfehlung des Verteidigungschefs zurück.
Die Waffen sollen nach Angaben des Ministeriums die nationale und die kollektive Abschreckung stärken; die Nato habe solche Fähigkeiten angefordert. Sie sollen Angriffe von außen abschrecken und, falls nötig, Ziele tief im gegnerischen Gebiet treffen können. Bruus nannte die Käufe einen deutlichen Schritt, damit Dänemark sich besser verteidigen, die Nato stärken und zurückschlagen könne. Die Regierung spricht laut dem Sender TV 2 von einem Paradigmenwechsel, weil die dänischen Streitkräfte bislang auf Verteidigung ausgerichtet gewesen seien.
Anthem soll nach Angaben von TV 2 in Deutschland gefertigt werden. Covenant hatte im September eine Produktionsstätte in Leipzig angekündigt und will dort nach eigenen Angaben ab Anfang 2027 Flugkörper herstellen, berichtet Defense News am Donnerstag. Die Berliner Zeitung schrieb am Donnerstag, die Flugkörper für Dänemark sollten aus dem sächsischen Werk geliefert werden. Covenant plant dort nach Angaben der Zeitung im ersten Produktionsjahr 1.000 Stück und 2028 bereits 5.000.
Wie viele Flugkörper Dänemark kauft, was sie kosten, wann sie geliefert werden und wo sie gelagert werden sollen, wollten weder Bruus noch die Parteien des dänischen Verteidigungsabkommens sagen, berichtet TV 2. Russland solle diese Angaben nicht erhalten, hieß es demnach vom Minister und von Vertretern der Parteien. Ein Grund für die Wahl der Systeme sei, dass sie relativ schnell und zu einem wettbewerbsfähigen Preis geliefert werden könnten, sagte Carsten Bach, verteidigungspolitischer Sprecher der Liberal Alliance, dem Sender. Anthem ist laut TV 2 noch nicht im Krieg eingesetzt worden.
Kopenhagen muss der Nato laut Defense News unter Berufung auf das Verteidigungsministerium bis 2030 eine Fähigkeit zu weitreichenden Schlägen zur Verfügung stellen. Bruus ordnete den Kauf laut TV 2 in das Ziel ein, dass Europa sich bis 2030 selbst verteidigen kann. Der russische Botschafter Wladimir Barbin nannte es nach Angaben des Senders gegenüber der Zeitung BT eine gefährliche Illusion, dass solche Waffen Dänemarks Sicherheit stärkten.
Auch für die Bundeswehr ist Anthem im Gespräch. Das Bundesverteidigungsministerium hat laut Defense News bisher nur mitgeteilt, dass es mit Covenant Gespräche führt. Der Inspekteur des Heeres hatte Anfang Oktober angekündigt, das Heer solle günstige Marschflugkörper für den Masseneinsatz bekommen, nannte dafür aber keine Kandidaten.