Deutschland und Japan vereinbaren laut Kyodo engere Rüstungskooperation
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Merz zeigt sich laut Kyodo offen für eine Beteiligung am Kampfjetprogramm GCAP. Die Bundeswehr übt erstmals bei „Keen Sword“ mit japanischen Streitkräften.
SicherheitspolitikDeutschland und Japan wollen laut der Nachrichtenagentur Kyodo in der Rüstungsindustrie enger zusammenarbeiten. Darauf hätten sich beide Seiten verständigt, teilte Ministerpräsidentin Sanae Takaichi nach Angaben von Kyodo am Mittwoch nach ihrem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Tokio mit. Merz habe bei der gemeinsamen Presseerklärung Interesse an einer Beteiligung am Kampfflugzeugprogramm GCAP signalisiert, das Japan, Großbritannien und Italien entwickeln, berichtet die Agentur in einer japanischsprachigen Meldung.
Nach dem Kyodo-Bericht vereinbarten Takaichi und Merz zudem einen hochrangigen Dialog über künstliche Intelligenz und bekräftigten mit Blick auf Chinas Exportbeschränkungen die Zusammenarbeit bei der wirtschaftlichen Sicherheit. Beide Seiten wollen das Verhältnis demnach als Premium-Partner einstufen. Einzelheiten zur Rüstungszusammenarbeit nennen die beiden Kyodo-Meldungen nicht.
Die beiden Regierungschefs veröffentlichten nach Angaben der Japan Times gemeinsame Erklärungen zur wirtschaftlichen Sicherheit und zu Hochtechnologien. China und die USA würden darin nicht direkt erwähnt, schreibt die Zeitung. Für Merz ist es der erste Besuch in Japan seit seinem Amtsantritt im Mai vergangenen Jahres.
Parallel beteiligt sich die Bundeswehr erstmals an der japanisch-amerikanischen Übung „Keen Sword“, wie ZDFheute berichtet. Rund 100 Sanitätskräfte üben demnach auf dem Stützpunkt Iruma nordwestlich von Tokio mit japanischen Kräften, was im Fall eines chinesischen Angriffs auf Taiwan zu tun wäre. Laut Sicherheit & Verteidigung dauert die Übung vom 19. bis 29. Oktober; beteiligt sind zudem Kräfte der ABC-Abwehr und ein A400M der Luftwaffe, der den Transport von Verwundeten von Okinawa nach Iruma simuliert.
Der Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann, sagte dem ZDF: „Das Gefühl der Japaner, hier in dieser Gegend ein Stück weit allein zu stehen, macht es besonders wichtig, dass wir hier Flagge zeigen und unterstreichen, dass wir unseren japanischen Kameraden zur Seite stehen, wenn es darauf ankommt.“