Freitag, 23. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Diehl soll laut Handelsblatt die Skyranger-Lücke schließen

Laut Handelsblatt will die Bundeswehr Drohnenabwehrsysteme vom Typ GARMR kaufen, weil sich der Rheinmetall-Flugabwehrpanzer verzögert. Gebraucht wird der Schutz vor allem für die Truppe in Litauen.

Die Bundeswehr will laut Handelsblatt als Zwischenlösung 48 Drohnenabwehrsysteme beim Rüstungskonzern Diehl beschaffen, weil es beim Luftverteidigungssystem Skyranger von Rheinmetall große Lieferverzögerungen gibt. Diehl bereite sich darauf vor, die Systeme vom Typ GARMR zu liefern, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Gebraucht würden sie vor allem bei den in Litauen stationierten Truppen.

GARMR erfasst Drohnen per Radar und bekämpft sie mit eigenen Abfangdrohnen oder einer Rohrwaffe. Laut Golem sollen 24 Systeme mit Maschinengewehr und 24 mit Abfangdrohnen ausgestattet werden. Das System sitzt demnach auf einem Fahrzeug der Mercedes-G-Klasse.

Ein Skyranger-Bataillon sollte laut Golem nach dem ursprünglichen Zeitplan in diesem Jahr in Dienst gestellt werden. Nach Angaben aus Branchenkreisen rutscht der Plan um zwei bis drei Jahre nach hinten, unter anderem wegen Sonderanforderungen an die Integration von Lenkflugkörpern und an das Fahrgestell. Eine Vertragsänderung für das neue Boxer-Fahrgestell B0 könnte demnach im November unterschrieben werden, die Serienproduktion im zweiten Quartal 2027 beginnen und die Erprobung bis ins dritte Quartal 2028 dauern. Den Vorschlag von Rheinmetall-Chef Armin Papperger, den Skyranger-Turm übergangsweise auf einen Lkw zu setzen, lehnte die Bundeswehr dem Bericht zufolge ab.

Die Panzerbrigade 45 wird dauerhaft in Litauen stationiert und soll laut Golem bis Ende 2027 voll einsatzfähig sein. Ohne Zwischenlösung bliebe sie in dieser Zeit weitgehend ohne Schutz gegen Drohnen. GARMR ist nach Darstellung von Golem ein Kompromiss: Die Besatzung sitzt in einem leicht geschützten Fahrzeug statt im gepanzerten Boxer, und das Maschinengewehr reicht mit etwa 1.000 Metern deutlich weniger weit als die Skyranger-Kanone mit bis zu 3.000 Metern. Die Abfangdrohne Cicada kommt auf rund fünf Kilometer.

Getrennt davon hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz das Münchner Unternehmen Tytan Technologies mit einem System zum Schutz mobiler Kräfte gegen Drohnen beauftragt. Laut der am 21. Oktober veröffentlichten Vergabebekanntmachung umfasst der Auftrag sechs Systeme vom Typ Drone Defender sowie zwei Fahrzeuge vom Typ C2-Van; geschlossen wurde der Vertrag demnach am 16. Oktober. Diehl und Tytan hatten laut Golem im Juni eine Absichtserklärung über eine Zusammenarbeit unterzeichnet.