EU fördert Munitionsproduktion mit 168 Millionen Euro
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Die Kommission vergibt die ersten Mittel aus dem Rüstungsindustrieprogramm EDIP an acht Projekte für Sprengstoffe, Raketenmotoren und Munition. Auch deutsche Unternehmen sind beteiligt.
SicherheitspolitikDie Europäische Kommission gibt 168,2 Millionen Euro für die ersten acht Projekte aus dem Europäischen Programm für die Verteidigungsindustrie (EDIP). Das Geld soll die Produktion von Sprengstoffen und Antrieben für Raketen, Drohnen und Munition beschleunigen und ausweiten, teilte die Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Weltraum am 14. Oktober 2026 mit. Die Projekte sollen Industrieinvestitionen von 1,26 Milliarden Euro auslösen, an 17 Standorten in 14 EU-Staaten und Norwegen. Gefördert wird auch der Schutz dieser Anlagen gegen physische Angriffe und Cyberangriffe.
Ab 2027 sollen die Projekte nach Angaben der Kommission die Fertigungszeiten um bis zu 90 Prozent verkürzen. Jährlich sollen dann mehr als 20.000 Tonnen Explosivstoffe, 3.500 Antriebe für Drohnen und Raketen, 200.000 Gefechtsköpfe für Kamikazedrohnen und 60 Millionen Schuss Munition möglich sein. Um die erste Ausschreibung vom Juni 2026 bewarben sich 83 Unternehmen aus 23 EU-Staaten und Norwegen.
Die höchsten Summen gehen nach dem Faktenblatt der Kommission mit je 30 Millionen Euro an das Projekt ROCMAN für Feststoff-Raketenmotoren, an dem unter anderem Nammo und Diehl beteiligt sind, und an Forcit in Finnland für militärisches TNT. MSM Walsrode erhält rund 29,3 Millionen Euro für Nitrozellulose. Weitere Mittel gehen an Projekte in Tschechien, Frankreich, Polen, Belgien, Lettland, Litauen, Estland, Spanien und Schweden.
EDIP baut auf dem Gesetz zur Förderung der Munitionsproduktion (ASAP) auf, das die EU nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine als Notinstrument beschlossen hatte. Das Programm hat insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Mehr als 700 Millionen Euro sind nach Angaben der Kommission für den Ausbau der Produktion in den Mitgliedstaaten, Norwegen und der Ukraine vorgesehen.