Litauen berät über Warnung vor Drohnen aus dem Schengenraum
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Premier Sinkevičius hat keinen Zweifel, dass die abgestürzte ukrainische Drohne Sprengstoff trug. Weil sie aus Polen kam, griff ein anderes Verfahren als bei Flugobjekten aus Belarus.
SicherheitspolitikDie Drohne, die am Sonntag im Norden Litauens abgestürzt ist, hat nach Einschätzung der Regierung Sprengstoff getragen. Daran gebe es keinen Zweifel, sagte Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius am 19. Oktober 2026 nach einer Sitzung der Nationalen Sicherheitskommission, wie die Nachrichtenagentur ELTA berichtet. Nach den vorliegenden Erkenntnissen handle es sich um eine FPV-Drohne ukrainischer Herkunft. Die Ukraine habe bestätigt, während ihres Angriffs am Sonntag den Kontakt zu einer ihrer Drohnen verloren zu haben.
Laut Sinkevičius erfassten die Radare der Streitkräfte das Objekt erstmals um 4.47 Uhr MESZ, als es sich von Polen her näherte; die polnische Armee habe auf ihren Radaren nichts registriert. Um 5.02 Uhr überquerte die Drohne die Grenze, um 5.40 Uhr erging der Befehl, Kampfjets aufsteigen zu lassen. Luftalarm wurde erst nach 6 Uhr ausgelöst. Die Jets hätten das Objekt auf dem Radar verfolgt, wegen des schlechten Wetters aber keinen Sichtkontakt herstellen können.
Das Vorgehen der Behörden begründete der Premier mit der Herkunft der Drohne. Bisher seien Drohnen aus Belarus eingeflogen; für feindlich gesinnte Staaten gelte ein anderes Vorgehen als für Nachbarn im Schengenraum. Litauen werde deshalb Konsultationen über das Verfahren für Fälle aufnehmen, in denen Drohnen aus dem Schengenraum kommen. Man habe ihm aber versichert, dass die Reaktion bei einer Wiederholung aus derselben Richtung heute wohl genauso ausfiele, sagte Sinkevičius laut ELTA. Warum die Drohne abstürzte, ob wegen leeren Tanks oder Sinkflugs, werde noch untersucht, berichtet der Sender LRT.
Das Warnverfahren soll in der kommenden Woche auch den Staatsverteidigungsrat beschäftigen. Das sagte Deividas Matulionis, der Chefberater von Präsident Gitanas Nausėda, der Agentur ELTA, wie das Portal Delfi berichtet. Die Streitkräfte hätten nach dem geltenden Verfahren angemessen reagiert, zu verbessern sei die Abstimmung über Warnungen mit Lettland und Estland. Ob die Sicherheitskommission über zusätzliche Befugnisse zur Abwehr von Drohnen entschied, über die Sinkevičius vor der Sitzung laut LRT beraten wollte, geht aus den Berichten nicht hervor.
Vereinbart wurde laut LRT, den Schutz von mehr als 15 Objekten der kritischen Infrastruktur von nationaler Bedeutung ab Montag zu verstärken. Anlass ist auch der versuchte Brandanschlag auf Räume in Vilnius, in denen das US-Unternehmen SpaceX tätig ist. Die Täter hätten Molotowcocktails eingesetzt, ein Wachmann habe die Brandherde rechtzeitig bemerkt, sagte Sinkevičius dem Bericht zufolge. Die Starlink-Antennen fingen kein Feuer, die Steuereinheit wurde leicht beschädigt; die Regierung wertet den Vorfall als Sabotage. Zu beiden Vorfällen vom Sonntag siehe unseren ersten Bericht.