Litauen meldet Drohnenexplosion und versuchten Brandanschlag
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Nato-Kampfjets steigen auf, Trümmer treffen laut Verteidigungsminister ein Auto; Kiew entschuldigt sich für eine wohl abgelenkte eigene Drohne. Hinter dem Angriff auf eine Firma mit Starlink-Ausrüstung vermutet die Regierung Russland.
SicherheitspolitikÜber dem Norden Litauens ist am Sonntagmorgen ein unbekanntes Flugobjekt explodiert, bei dem es sich offenbar um eine Drohne handelte. Nato-Kampfjets vom Stützpunkt Šiauliai seien aufgestiegen, nachdem das Objekt in den litauischen Luftraum eingedrungen sei, schrieb Präsident Gitanas Nausėda am 18. Oktober 2026 auf X. Die Explosion habe die Zivilbevölkerung gefährdet, Fachleute seien vor Ort. Nausėda sprach davon, dass Russlands Angriffskrieg auf die Ostflanke von Nato und EU übergreife.
Die Ukraine räumte ein, dass es sich wohl um eine ihrer Drohnen handelte. Kiew bedauere den Vorfall, der möglicherweise auf russische elektronische Kriegsführung zurückgehe, die Drohnen bei einem Einsatz gegen militärische Ziele in Russland abgelenkt habe, schrieb der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhij Tychyj, auf X. Er entschuldigte sich für Störungen und Risiken und kündigte an, alle relevanten Informationen mit Litauen zu teilen.
Nach Angaben der lettischen Streitkräfte, die der Sender LSM am 18. Oktober wiedergibt, löste das Objekt in mehreren litauischen Regionen Luftalarm aus; Lettland warnte vorübergehend die Gemeinden Bauska, Aizkraukle und Ogre. Die Jets schossen die Drohne demnach nicht ab, möglicherweise zerstörte sie sich selbst; die Absturzstelle liegt im Bezirk Pasvalys nahe der lettischen Grenze. Verteidigungsminister Robertas Kaunas sagte laut dem Newsblog des Handelsblatts, die Drohne sei wahrscheinlich aus Polen eingeflogen, Trümmer hätten ein ziviles Fahrzeug getroffen; er schlug Warschau eine gemeinsame Untersuchung vor.
In derselben Nacht scheiterte nach Angaben von Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius ein Brandanschlag auf eine litauische Firma, die Starlink-Ausrüstung lagert. Gegen 2 Uhr hätten Unbekannte versucht, Satellitenantennen und eine Steuereinheit in Brand zu setzen, sagte er nach einem Bericht von LRT vom 18. Oktober; gefunden worden seien Brandflüssigkeiten und Behälter mit drei bis zehn Litern. Die Behörden hätten die Firma gewarnt und den Schutz verstärkt. Sinkevičius ordnete den Versuch Russlands hybridem Krieg zu; Belege nannte er nicht, die Feuerwehr hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Für Montag berief er die Nationale Sicherheitskommission ein, die sich mit beiden Vorfällen befassen soll.
Starlink ist für die ukrainischen Streitkräfte zentral; zuletzt sorgten Drosselungen des Dienstes für Streit mit Washington (unser Bericht). Russland meldete für dieselbe Nacht ukrainische Drohnenangriffe unter anderem auf St. Petersburg (unser Bericht).