Mittwoch, 14. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

SpaceX drosselt StarShield-Terminals in der Ukraine

Präsidentenberater Beskrestnow bestätigt ein Tempolimit von 100 Meilen pro Stunde für das militärische Starlink-Paket; Missionen seien gescheitert, eine Vorwarnung habe es nicht gegeben. Er sieht einen politischen Zusammenhang, Belege nennt er nicht. SpaceX und das Weiße Haus schweigen.

SpaceX hat nach Angaben der ukrainischen Führung in der Nacht zum Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, die Nutzung von Starlink-Terminals in Bewegung begrenzt. „Ich bestätige, dass die Firma SpaceX heute Nacht eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den Betrieb von Starlink-Terminals während der Fahrt eingeführt hat“, schrieb Präsidentenberater Serhij „Flash“ Beskrestnow um 8.05 Uhr MESZ auf Telegram. Die Begrenzung gelte derzeit für das „militärische Paket“ der Dienste von StarShield und liege bei 100 Meilen pro Stunde, rund 160 Kilometern pro Stunde. „Unsere Verteidigungskräfte haben keine Vorwarnung über eine solche Begrenzung erhalten, und das hat zum Scheitern einer Reihe von Missionen geführt.“

Beskrestnow sieht einen politischen Hintergrund. „Offensichtlich kann diese Maßnahme kein Zufall sein und ist mit der aktuellen politischen Lage verbunden“, schrieb er. Belege für einen Zusammenhang nannte er nicht. Um 10.58 Uhr MESZ ergänzte er auf Telegram, Starlink werde auch in den derzeit wirksamsten Abfangdrohnen gegen russische Drohnen mit Strahlantrieb eingesetzt; die Partner nähmen der Ukraine damit „eine der wenigen Chancen“, das Land gegen diese Drohnen zu schützen. Noch am 11. Oktober hatte er auf Telegram geschrieben, niemand werde Starlink abschalten.

Das 7. Luftsturmkorps meldete nach einem Bericht des Kyiv Independent vom 14. Oktober eine Drosselung seiner Starlink-Verbindungen. „Die Folgen sind im Feld bereits zu spüren“, zitiert das Blatt das Korps; eine Drohneneinheit im Abschnitt Huljajpole habe seit Tagesbeginn mehrere Missionen wegen der Verbindungsprobleme abbrechen müssen. Eine Quelle im Verteidigungsministerium bestätigte dem Blatt die Begrenzung, die Ursache werde untersucht. Betroffen seien Abfangdrohnen und Drohnen mittlerer Reichweite, Logistik an der Front, Aufklärung und Signalweiterleitung.

Nach Frontquellen der Ukrainska Prawda vom 14. Oktober hat das zivile Starlink Mini, das auf Drohnen verbaut wird, ohnehin ein Limit von bis zu 160 Kilometern pro Stunde; für schnellere Flüge sei StarShield nötig, das die Ukraine seit 2024 nutze. „Das betrifft genau StarShield, das schnelle Starlink. Es wurde auf 100 Meilen pro Stunde begrenzt“, zitiert das Blatt eine Quelle. Ein Kommandeur habe ein Video geschickt, auf dem zwei Drohnen über den Wolken die Verbindung verlieren.

Der Aktivist Serhij Sternenko, der Drohnen für die Armee sammelt, schrieb um 7.25 Uhr MESZ auf X, SpaceX habe diese Maßnahmen „wahrscheinlich auf Bitte der Trump-Regierung“ ergriffen. In einem weiteren Beitrag schrieb er, Trump habe nach einem Weg gesucht, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu treffen. Das ist seine Deutung; einen Beleg für eine Anweisung aus Washington gibt es nicht. SpaceX und das Weiße Haus haben sich nach unserer Recherche bis zum Nachmittag nicht geäußert, auch der Kyiv Independent fand keine Stellungnahme des Weißen Hauses.

Polens Außenminister Radosław Sikorski wandte sich um 9.37 Uhr MESZ auf X direkt an Elon Musk: „Hey, @elonmusk, big man, are you playing politics with your products again? As your European customers, we are watching you.“ Sein Beitrag zitiert die Meldung des Kyiv Independent.

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