Fahrer meldet sich nach Zaundurchbruch am Flughafen Leipzig/Halle
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Ein 20-Jähriger ohne Fahrerlaubnis lässt über seinen Anwalt erklären, er habe die Kontrolle über ein Auto verloren. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Unfallflucht, aber weiter in alle Richtungen.
SicherheitspolitikNach dem Durchbruch des Sicherheitszauns am Flughafen Leipzig/Halle haben sich zwei Männer bei den Ermittlern gemeldet. Ein 20-Jähriger und ein 32-Jähriger seien am Sonntagabend mit ihren Rechtsanwälten bei der Staatsanwaltschaft Leipzig und beim Kriminaldauerdienst erschienen und hätten sich als Fahrer und Halter eines Audi zu erkennen gegeben, teilte die Polizeidirektion Leipzig am 19. Oktober 2026 mit. Der Jüngere ließ über seinen Anwalt erklären, er habe im Bereich des Flughafens die Kontrolle über das Auto verloren und dabei den Zaun durchbrochen. Danach habe er sich von der Unfallstelle entfernt, der Wagen sei auf private Veranlassung abgeschleppt worden.
Bei den beiden Männern handelt es sich nach Polizeiangaben um Syrer im Alter von 20 und 32 Jahren. Eine gültige Fahrerlaubnis hat der 20-Jährige demnach nicht. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Gegen den 32-Jährigen, der keine näheren Angaben machte, laufen Ermittlungen nach dem Straßenverkehrsgesetz, weil er einem Fahrer ohne Fahrerlaubnis das Steuer überlassen haben könnte. Ein Bereitschaftsrichter ordnete die Beschlagnahme des Autos an, das auf dem Gelände eines Autohandels gefunden wurde; auf Anordnung eines Bereitschaftsstaatsanwalts wurden der 20-Jährige, seine mitgeführten Sachen und seine Wohnung durchsucht.
Abgeschlossen ist der Fall damit nicht. Zum genauen Ablauf am Unfallort, zur Beteiligung der beiden Männer und zu einem möglichen Motiv werde weiter ermittelt, und zwar in alle Richtungen, erklärte die Polizei. Die Ermittlungen führen die Staatsanwaltschaft Leipzig und die Verkehrspolizeiinspektion. Am Zaun waren nach Polizeiangaben neben dem Verkehrsunfalldienst auch Spezialisten der Tatortgruppe des Landeskriminalamts im Einsatz.
Die Nordpiste ist seit Sonntag, 14 Uhr, wieder für den Flugbetrieb freigegeben, nachdem die Luftsicherheit wiederhergestellt war, teilte die Bundespolizeiinspektion Leipzig am Sonntagnachmittag mit. Ab 8.30 Uhr hatten Einsatzkräfte das Gelände großflächig durchsucht, unterstützt von einem Polizeihubschrauber und Drohnen der Bundespolizei. Bis zur Freigabe liefen Starts und Landungen über die Südpiste.
Nach unbestätigten Informationen, die TAG24 berichtet, soll der 20-Jährige für die Führerscheinprüfung geübt haben; die Polizei hat dazu nichts mitgeteilt. Die Kamera an dem betroffenen Zaunabschnitt zeichnet nach Angaben von Flughafensprecher Uwe Schuhart, die TAG24 unter Berufung auf die dpa wiedergibt, nicht auf, weil sie nur dem operativen Betrieb dient.
Der Vorfall hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, weil im August auf dem Flughafengelände eine Drohne mit Sprengstoff gefunden worden war; in diesem Fall hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Zum Hergang in der Nacht zum Sonntag siehe unseren ersten Bericht.