Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Drohnen setzen Ölterminal in St. Petersburg in Brand

Gouverneur Beglow meldet einen Toten, fünf Verletzte und Brände in einem Öllager und in Industrielagern. Moskau zählt 1015 abgefangene ukrainische Drohnen in einer Nacht.

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in der Nacht zum 18. Oktober 2026 Brände auf dem Petersburger Ölterminal ausgelöst. Das schrieb der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, um 4.36 Uhr MESZ auf Telegram. Feuer brach nach seinen Angaben auch an Einrichtungen der zivilen Infrastruktur in vier Stadtbezirken aus, der Flughafen Pulkowo schränkte den Betrieb ein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Am Morgen meldete Beglow in einem weiteren Beitrag einen Toten und fünf Verletzte, die im Krankenhaus behandelt würden. Beschädigt seien zwölf Mehrfamilienhäuser und zwei Privathäuser; nachts evakuierte Bewohner kehrten zurück. Die Feuerwehr lösche weiter Brände auf dem Ölterminal, im Öllager Rutschji und in Industrielagern im Bezirk Kolpino.

Das russische Verteidigungsministerium teilte auf Telegram mit, die Luftabwehr habe zwischen 20 Uhr am Samstag und 8 Uhr am Sonntag Moskauer Zeit 1015 ukrainische Drohnen zerstört. Betroffen waren nach der Aufzählung 16 Regionen, darunter das Gebiet Leningrad, die Region Moskau und die Krim. Eine Bestätigung des Angriffs auf St. Petersburg aus Kiew fand die Redaktion bis zum Nachmittag nicht. Nach dem Newsblog des Handelsblatts vom 18. Oktober meldete die Agentur Tass unter Berufung auf den Gouverneur des Gebiets Leningrad 126 abgewehrte Drohnen in der Region; beschädigt worden sei auch ein Rechenzentrum des Internetkonzerns VK.

Die Ukraine greift seit Monaten russische Raffinerien und Ölanlagen an (unser Bericht). Das ukrainische Außenministerium bedauerte am Sonntag einen Vorfall im litauischen Luftraum, der möglicherweise auf russische elektronische Kriegsführung zurückgehe, die Drohnen bei einem Einsatz gegen Ziele in Russland abgelenkt habe; ob es um den Angriff auf St. Petersburg ging, sagte es nicht (unser Bericht).