Selenskyj kündigt Raffinerie-Pause auf, Rjasan brennt
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Moskau meldet einen Großangriff auf die Raffinerie südöstlich der Hauptstadt, Kiew spricht von weiteren Schlägen mit großer Reichweite. Der Präsident wirft Washington Druck über Geheimdienstdaten und Starlink vor.
GeopolitikDie Ukraine hat in der Nacht zum 15. Oktober 2026 nach russischen Angaben die Ölraffinerie in Rjasan angegriffen. Zwischen 4 und 7 Uhr habe Kiew einen „massierten Angriff“ auf die Raffinerie versucht, teilte das russische Verteidigungsministerium um 10.24 Uhr MESZ auf Telegram mit. Luftabwehr, Kampfflugzeuge und mobile Feuergruppen hätten vier Marschflugkörper großer Reichweite vom Typ „Flamingo“ und 69 Drohnen abgefangen. Herabfallende Trümmer hätten auf dem Gelände der Raffinerie einen Brand ausgelöst. Angaben zum Ausmaß des Schadens machte das Ministerium nicht.
Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte am Mittag weitere Angriffe an. Ukrainische Kräfte hätten in der Nacht einen Flugplatz in der Region Woronesch getroffen, vier Kampfflugzeuge vom Typ Su-34 zerstört und zwei beschädigt, schrieb er um 13.38 Uhr MESZ auf Telegram. „Unsere Operationen mit großer Reichweite werden fortgesetzt“, heißt es dort. Am Vormittag hatte er Russland auf Telegram vorgeworfen, die Angriffe gezielt eskaliert zu haben, nachdem Sanktionen gelockert worden seien; vom Beginn des Mittwochs bis 9 Uhr am Donnerstag seien mehr als 850 Drohnen auf die Ukraine geflogen, „genau in der Zeit der künstlichen Geschwindigkeitsbegrenzung“ für die ukrainische Abwehr.
Der Financial Times sagte Selenskyj, er habe Angriffe auf russische Ölanlagen auf Wunsch der USA drei Tage lang ausgesetzt, während Russland ukrainische Energieanlagen weiter beschossen habe. „We’re done“, zitiert ihn die BBC am 15. Oktober aus dem Interview. Stoppen werde er die Angriffe nur noch, wenn die USA mehr Patriot-Abfangraketen lieferten. US-Vertreter hätten Kiew gedroht: „if you will not stop [the strikes], we will block intelligence“. Über die Drosselung von Starlink sagte er demnach: „It was not a technical problem, it was the will.“ Trump hat nach Angaben der BBC bestritten, den Austausch von Geheimdienstdaten gestoppt zu haben.
Die Starshield-Terminals funktionieren nach ukrainischen Angaben wieder. Der Betrieb in Bewegung sei wiederhergestellt, das hätten Berichte der Einheiten bestätigt, sagte eine Quelle im Verteidigungsministerium nach einem Bericht des Kyiv Independent vom 15. Oktober. Ob alle Beschränkungen aufgehoben sind, sagte die Quelle nicht; ein Vertreter der Drohnenindustrie sagte dem Blatt, an manchen Orten funktioniere es, an anderen nicht. Eine offizielle Mitteilung des Ministeriums, von SpaceX oder Musk dazu fand die Redaktion bis zum Nachmittag nicht.
Musk hatte die Verantwortung für das Tempolimit dem US-Militär und Trump zugeschoben (unser Bericht). Zum Raffinerie-Stopp hatte Selenskyj zuvor ein Ende russischer Angriffe auf Energieanlagen verlangt (unser Bericht); der Kreml hat sich zu Trumps Energie-Waffenruhe nicht bekannt (unser Bericht).