Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Huthi reklamieren Angriffe auf Janbu und Schaiba

Die Miliz meldet Brände an zwei Standorten von Saudi Aramco und Treffer auf Flughäfen in Riad und Abha. Riad bestätigt bislang keinen Schaden.

Die Huthis reklamieren Angriffe auf eine Anlage des Ölkonzerns Saudi Aramco in Janbu am Roten Meer und auf das Ölfeld Schaiba. Militärsprecher Yahya Sarea erklärte am Montagabend in einer Mitteilung auf Telegram, die Streitkräfte der Gruppe hätten binnen 48 Stunden sechs Operationen mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen ausgeführt. In Janbu habe ein Angriff in zwei Wellen große Brände ausgelöst, auch in Schaiba sei Feuer ausgebrochen. Weitere Ziele waren nach seinen Angaben der Flughafen King Khalid in Riad, der Flughafen Abha, Radarstellungen auf dem Jabal al-Hisn und dem Jabal al-Rahmah, der Luftwaffenstützpunkt Khamis Mushait, ein Lager der saudischen Marine-Einsatzkräfte sowie ein Radar bei Bir Askar. Die von den Huthis kontrollierte Nachrichtenagentur Saba verbreitete den Text.

Eine Bestätigung aus Riad gibt es bislang nicht. Für den genannten Zeitraum meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter anderem Abfangerfolge der Militärkoalition, ohne Angaben zu Schäden an Ölanlagen: in der Nacht zum Sonntag zwei ballistische Raketen in Richtung Khamis Mushait, danach je eine Drohne über der Region Riad, der Ostprovinz und erneut der Region Riad. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Angaben der Huthis nach eigenen Worten nicht unabhängig prüfen, berichtet Dawn.

Sarea stellte die Angriffe als Vergeltung für mehr als 200 saudische Luft- und Raketenangriffe auf Sanaa und andere Provinzen in den vorangegangenen 48 Stunden dar. Seit Beginn der Eskalation zählt die Gruppe mehr als 2700 solcher Angriffe. Der Sprecher kündigte weitere Operationen tief in Saudi-Arabien an, bis die Angriffe auf den Jemen enden und die Blockade aufgehoben ist. Bei dem Lager der Marine habe es Tote und Verletzte gegeben; Belege dafür legte er nicht vor.

Die saudische Seite reagierte am Abend diplomatisch und militärisch. Der Außenminister besprach laut SPA mit seinem Kollegen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten die fortgesetzten Angriffe der Huthis auf zivile Gebiete des Königreichs. Die gemeinsame Führung der Koalition warnte die Huthis zudem davor, traditionelle Boote für den Schmuggel von Waffen, Raketen und Militärgerät über See zu nutzen, meldete die Agentur in einem weiteren Beitrag.

Am Ölmarkt blieb die Reaktion verhalten. Die Nordseesorte Brent stieg bis 19.08 Uhr um 17 Cent auf 110,03 Dollar je Barrel, nachdem sie im Tagesverlauf zunächst um mehr als drei Dollar gefallen war, berichtet Reuters, wiedergegeben von Baird Maritime. Der saudische Zivilschutz gab demnach am Montag mehrere Warnungen aus, unter anderem für Riad, und hob sie später wieder auf. Ägypten erklärte sich bereit, Saudi-Arabien gegen die Huthis zu unterstützen; das Parlament in Kairo vertagte eine Abstimmung über einen möglichen Einsatz der Streitkräfte aber auf den 26. Oktober.

Die Huthis hatten bereits am 11. Oktober Angriffe auf Dammam und Aramco-Anlagen reklamiert. Mitte Oktober traf ein Geschoss ein Aramco-Gebäude in Dhahran. Am Montag töteten Huthi-Raketen zudem nach Angaben der jemenitischen Behörden 53 Menschen in einem Ausbildungslager der Regierungstruppen in Schabwa.