Huthi reklamieren Angriffe auf Dammam und Aramco-Anlagen
https://www.aussenlage.de/artikel/huthi-dammam-aramco-reklamation-riad-reiche
Die saudische Luftfahrtbehörde bestätigt den Angriff auf den Flughafen Dammam, für die Aramco-Anlagen liegt keine Bestätigung vor. Die Zahl der Toten von Riad steigt auf 13, Wirtschaftsministerin Reiche kann nicht wie geplant zurückfliegen.
GeopolitikDie saudische Zivilluftfahrtbehörde GACA hat am Sonntagabend einen Angriff auf den Flughafen King Fahd in Dammam bestätigt; die Schäden und die Sicherheit der Anlagen würden noch geprüft, teilte sie laut Sabq vom 11. Oktober mit. Zuvor hatte der Huthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärt, die Gruppe habe diesen Flughafen und zwei Anlagen des Ölkonzerns Aramco angegriffen; für die Aramco-Anlagen gibt es keine saudische Bestätigung. Das Auswärtige Amt nennt Dammam in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen mit Stand 11. Oktober 2026 als zuletzt angegriffenen Flughafen und warnt vor der Nutzung des Flughafens Riad.
Saree sprach nach Reuters vom 11. Oktober in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Er reklamierte darin den Angriff auf den Flughafen Riad vom Samstag sowie die Angriffe auf Dammam und zwei Aramco-Einrichtungen. Reuters schreibt, es gebe keine unmittelbare saudische Bestätigung; die Agentur habe das saudische Medienbüro und Aramco um Stellungnahme gebeten. Die Huthi sprachen nach AFP vom 11. Oktober von vier Operationen in 24 Stunden mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen; sie hätten den Flughafen Riad mehrfach sowie den Flughafen Dammam und zwei Anlagen der staatlichen Ölgesellschaft Aramco zum Ziel genommen.
Nach WION vom 11. Oktober nannte Saree als weitere Ziele eine Tankstelle, die zu Aramco gehöre, und eine Raffinerie in der Ostregion. Das ist die Angabe der Huthi; Schäden, Brände oder Opfer an diesen Orten sind in den geöffneten Berichten nicht belegt. Auch bei der Reklamation eines Angriffs auf eine Aramco-Raffinerie in Riad am 3. Oktober hatten saudische Behörden zunächst nichts bestätigt, wie der frühere Bericht festhält.
Für Dammam liegt mehr vor. Der Sprecher der saudisch geführten Koalition hatte spätabends am Samstag gemeldet, ein Geschoss sei nahe dem Flughafen niedergegangen, wie AFP am 11. Oktober im Liveblog von Gulf News berichtet. Die GACA nennt zu Verletzten oder Schäden in Dammam bisher nichts, wie dieselbe Quelle schreibt. Auf der Website des Flughafens waren nach AFP am Sonntag viele Abflüge und Ankünfte verspätet.
Die Zahl der Toten des Angriffs auf den Flughafen Riad vom Samstag liegt nach Reuters bei 13. Die GACA hatte zwölf Tote und 309 Verletzte genannt; die indische Botschaft in Riad teilte am Sonntag mit, dass ein verletzter Inder gestorben sei. Nach Gulf News liegen drei weitere verletzte Inder auf der Intensivstation und sind stabil, zwei werden auf normalen Stationen behandelt. Eine aktualisierte GACA-Zahl lag den geöffneten Quellen nicht vor; die 13 beruhen auf der Botschaftsmitteilung. Den Angriff vom Samstag und den Treffer am Terminal 4 am Sonntag beschreibt der Bericht zum Flughafen Riad.
Betroffen ist auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Sie ist wegen der Energiekonferenzen in Riad; die für Montag geplante Rückreise kann wegen der Sperrung des Flughafens voraussichtlich nicht stattfinden, wie eine Ministeriumssprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters sagte, so Spiegel am 11. Oktober. Die Logistik werde zwischen den beteiligten Ministerien und Behörden abgestimmt, alternative Rückreisewege würden geprüft; die Konferenz und die Termine der Ministerin sollen nach Angaben des Ministeriums wie geplant stattfinden. Nach Bild vom 11. Oktober sollte Reiche mit saudischer Unterstützung nach Doha fliegen und von dort mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr zurückkehren; das beruht auf Angaben aus Regierungskreisen, offen sei, wie sie nach Doha kommt. Das Ministerium bestätigt diese Route in den geöffneten Berichten nicht.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte den Angriff vom Samstag nach AFP auf X als Terrorakt gegen Saudi-Arabien und die zivile Luftfahrt. Die Konferenz, wegen der Reiche in Riad ist, läuft nach Reuters im Kongresszentrum, rund zehn Kilometer vom Flughafen entfernt; Italiens Energieminister Gilberto Pichetto Fratin, dessen Land die Veranstaltung mitausrichtet, hatte am Freitag angekündigt, per Video teilzunehmen.
Offen sind die Schäden und Verletzten in Dammam, eine saudische Äußerung zu den beiden Aramco-Anlagen, eine aktualisierte amtliche Zahl der Toten und die Frage, wie und wann Reiche zurückkehrt. Der Stand dieses Textes ist Sonntag, der 11. Oktober 2026, 21 Uhr.