Freitag, 23. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Guterres verurteilt tödliche Drohnenangriffe in Abyei

Südsudan macht laut Al Jazeera Sudans Armee verantwortlich und bestellt den sudanesischen Botschafter ein. Die UN-Mission zählt mindestens 80 Tote, die Verwaltung von Abyei mindestens 153.

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Drohnenangriffe vom 19. Oktober im Gebiet Abyei verurteilt, bei denen nahe dem Markt von Amiet und nahe Todach Dutzende Zivilisten getötet wurden, darunter Frauen und Kinder. Die Opferzahl werde voraussichtlich steigen, weil die UN-Mission UNISFA die Fälle noch überprüfe und viele Menschen vermisst würden, heißt es in seiner Erklärung vom Dienstag. Guterres forderte die Regierungen Südsudans und Sudans auf, weitere Angriffe zu verhindern und den entmilitarisierten Status Abyeis zu wahren; es müsse Rechenschaft geben. Wer angegriffen hat, nennt die Erklärung nicht.

Nach Angaben von UNISFA wurden mindestens 80 Menschen getötet, 27 Verletzte behandelte UN-Personal, wie UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Mittwoch in New York sagte (UNifeed). Weitere Menschen würden vermisst. Die Blauhelme löschten demnach die großen Brände am Markt und in Todach, Minenräumexperten der UN suchen nach Blindgängern, und die Mission hat ihre Patrouillen verdoppelt.

Die Verwaltung von Abyei nennt eine höhere Zahl. Ihr kommissarischer Informationsminister Yohanna Akol Ngor sprach nach Angaben von Al Jazeera vom Mittwoch von mindestens 153 Toten; die Zahl dürfte weiter steigen, weil noch Feuer brenne. Ngor macht Sudans Armee für den Angriff verantwortlich.

Auch das südsudanesische Außenministerium beschuldigt laut Al Jazeera die sudanesischen Streitkräfte. Es bestellte den Botschafter Sudans ein und rief Sudan auf, Handlungen zu unterlassen, die Zivilisten gefährden. Ein ranghoher sudanesischer Offizier sagte der Agentur AP demnach anonym, die Armee habe Tanklaster aus Südsudan getroffen, die Treibstoff für die paramilitärische RSF geliefert hätten; die Getöteten seien RSF-Kämpfer und Schmuggler gewesen. Diplomaten sagten Reuters, getroffen worden sei ein Treibstofflager im Markt, das die RSF früher zur Versorgung ihrer Kämpfer genutzt habe. Ärzte ohne Grenzen behandelt nach eigenen Angaben laut Al Jazeera mehr als 20 Verwundete, teils mit schweren Verbrennungen.