Mittwoch, 14. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Haushaltsausschuss billigt Patriot-Ersatz

Die Bundeswehr kauft Patriot-Feuereinheiten über die US-Regierung nach, dazu Netzwerferdrohnen gegen Ausspähung ihrer Kasernen. Summen nennt das Verteidigungsministerium nicht.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am 14. Oktober 2026 vier Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr gebilligt, darunter den Ersatz für Patriot-Feuereinheiten, die Deutschland an die Ukraine abgegeben hat. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Einheiten würden im Verfahren Foreign Military Sales über die US-Regierung wiederbeschafft. Es handelt sich um sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen, die der Ausschuss vor größeren Rüstungskäufen freigeben muss.

Der Ausschuss stimmte auch Einsatzcontainern für die Instandsetzung von Patriot zu. Sie sollen nach Angaben des Ministeriums die Einsatzbereitschaft der Flugabwehrraketengruppen im mobilen Einsatz sichern und die Anforderungen der NATO erfüllen. Hinzu kommen Funkgeräte für den Hubschrauber NH90, abgerufen aus einem bestehenden Vertrag, für verschlüsselte Kommunikation.

Das Ministerium stellte die Netzwerferdrohnen in den Vordergrund. Sie sollen Liegenschaften der Bundeswehr im In- und Ausland gegen kleine Drohnen schützen, die zum Ausspähen oder zur Sabotage eingesetzt werden. Die Drohnen fangen Eindringlinge mit einem Netz, was auch in Städten möglich sei, und arbeiten mit Störsendern und Radaren zusammen. Unbefugtes Überfliegen militärischer Gelände sei „kein Kavaliersdelikt“.

Kosten, Stückzahlen und Lieferanten nennt die Mitteilung nicht. Das Fachportal hartpunkt berichtet von zwei Patriot-Feuereinheiten für rund 650 Millionen Euro; Norwegen beteilige sich mit mehr als 300 Millionen Euro, die Auslieferung solle noch 2026 beginnen und bis 2028 laufen (Bericht von hartpunkt vom 14. Oktober). Bei den Containern nennt hartpunkt 40 Stück und eine Option auf 14 weitere. Das Ministerium datiert die Abgabe der Einheiten an die Ukraine auf 2025, hartpunkt auf 2023 und 2024.

Frühere Freigaben des Ausschusses beschreibt unser Bericht zu den Rüstungsvorhaben.