Mittwoch, 14. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Bundeswehr schießt erstmals scharf mit Iris-T SLM

Bei der Übung Spartan Arrow auf Kreta feuert die Luftwaffe ihr neues Flugabwehrsystem zum ersten Mal ab und übergibt das leichte Flugabwehrsystem mit dem Ozelot an das Heer. Trefferzahlen nennt die Bundeswehr nicht.

Die Bundeswehr hat am 14. Oktober 2026 auf Kreta zum ersten Mal scharf mit dem Flugabwehrsystem Iris-T SLM geschossen. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Bei der Übung Spartan Arrow 2026 auf dem NATO-Schießplatz NAMFI sei das neu eingeführte System neben dem traditionellen Patriot-Schießen erstmals eingesetzt worden, „ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur vollen Einsatzbereitschaft“. Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte die Übung.

Auf Kreta übergab die Luftwaffe außerdem das leichte Flugabwehrsystem offiziell an das Heer. Als Symbol dafür sei der letzte Schuss der Luftwaffe und der erste Schuss des Heeres abgefeuert worden, schreibt das Ministerium. Das System mit dem Waffenträger Ozelot auf dem Kettenfahrzeug Wiesel und Stinger-Raketen war 2012 an die Luftwaffe gegangen, als das Heer seine Flugabwehrtruppe auflöste. Nun soll sie wieder aufgebaut werden.

„Ein scharfer Schuss ist mehr als ein erfolgreicher Test“, sagte Pistorius nach Angaben des Ministeriums. „Aus dem Training hier auf Kreta wird echte Verteidigungsbereitschaft.“ An der Übung nehmen etwa 650 Soldatinnen und Soldaten mit rund 300 Fahrzeugen teil, gemeinsam mit Kräften aus Schweden. Pistorius sprach auf der Insel auch mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Dendias.

Der Hersteller Diehl Defence meldete, die Luftwaffe habe auf Kreta die Systemzertifizierung von Iris-T SLM bestanden (Mitteilung von Diehl Defence). Nach dem Erstschuss sei das System in das taktische Szenario eingebunden worden, zusammen mit deutschen und schwedischen Patriot-Einheiten und dem leichten Flugabwehrsystem. Konzernchef Helmut Rauch sprach von einer „sehr hohen Trefferquote“. Zahlen dazu nennen weder Diehl noch die Bundeswehr.

Iris-T SLM reicht nach Herstellerangaben bis zu 60 Kilometer weit und bis in 20 Kilometer Höhe. Die Bundeswehr erhielt das erste System im September 2024; eingesetzt wird es von der Flugabwehrraketengruppe 61 in Todendorf.