Angriff auf Flughafen Riad tötet laut Reuters mindestens zwölf Menschen
Reuters und die New York Times stützen sich auf ungenannte Beamte; eine amtliche Zahl gibt es nicht, die saudische Luftfahrtbehörde spricht von mehreren Verletzten. Ein Huthi-Funktionär bekannte sich laut NYT zur Tat. Präsident Trump hält eine US-Beteiligung an saudischen Schlägen gegen die Huthi für möglich.
Bei dem Angriff auf den Flughafen King Khalid in Riad am Samstag, dem 10. Oktober 2026, sind nach Berichten von Reuters und der New York Times mindestens zwölf Menschen getötet worden, dazu kommen Dutzende Verletzte. Beide Blätter berufen sich auf ungenannte Beamte; eine amtliche Zahl liegt nicht vor. Die saudische Zivilluftfahrtbehörde GACA sprach nach Reuters von mehreren Verletzten und setzte den Betrieb aus; eine Zahl nannte sie nicht. Betroffen sind Reisende und Beschäftigte am internationalen Flughafen der Hauptstadt sowie die Fluggesellschaften, die Riad anfliegen.
Reuters nennt drei mit der Sache vertraute Personen, darunter zwei westliche Beamte, und schreibt, die Zahl der Toten und Verletzten sei nicht endgültig. Die New York Times beruft sich auf drei Beamte, zwei westliche und einen arabischen, und nennt mindestens 12 Tote und 50 Verletzte. Reuters spricht von Dutzenden Verletzten, einige seien in kritischem Zustand und per Krankenwagen und Hubschrauber in Kliniken gebracht worden. Die New York Times bezeichnet den Angriff als den folgenreichsten in einem arabischen Golfstaat seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen Iran im Februar. Dieser Text gibt den Stand vom 11. Oktober 2026, 0:17 Uhr MESZ wieder; die Lage ändert sich.
Wer den Angriff ausführte, sagt die GACA nicht. Mohammed al-Bukhaiti, ein hochrangiger Huthi-Funktionär, erklärte nach der New York Times, die Miliz sei für den Angriff verantwortlich; er nannte ihn Vergeltung für saudische Schläge, auch auf zivile Einrichtungen im Jemen. Nach Reuters gab es zunächst keine Bekennung; der Militärsprecher der Huthi habe einen eigenen Beitrag von vor dem Angriff erneut verbreitet, wonach nur zuvor genehmigte humanitäre Flüge in Riad landen dürften, versehen mit dem Wort „Erinnerung“. Eine diplomatische Quelle schrieb AFP zufolge den Angriff den Huthi zu und nannte als Zeitpunkt des Einschlags gegen 15 Uhr Ortszeit, in Berlin 14 Uhr. Offiziell bestätigt ist weder Urheber noch Todeszahl.
Zu den Verletzten sagte eine Quelle in einem Krankenhaus AFP, fünf Menschen lägen auf der Intensivstation; die meisten Verletzten und alle fünf Schwerverletzten seien nach den Angaben saudische Staatsangehörige. Nach einem früheren AFP-Bericht beorderte das Gesundheitsministerium Notaufnahmeärzte in die Krankenhäuser der Hauptstadt, und mehrere Pilger auf dem Weg nach Mekka wurden beim Warten auf ihren Flug verletzt. Eine Todeszahl nannten diese frühen Meldungen nicht. NZZ und dpa gaben um 19:06 Uhr den Bericht der New York Times über mindestens 12 Tote wieder, ebenfalls mit dem Hinweis auf ungenannte Beamte; die Überschrift des Beitrags nennt dagegen drei Tote, im Text steht neben den zwölf der New York Times die Zahl von drei Toten beim Angriff vom Donnerstag.
Zum Hergang stützen sich die Berichte auf anonyme und Augenzeugenangaben. Zwei regionale Beamte sagten AP unter der Bedingung der Anonymität, eine Rakete habe den Komplex mit den Terminals 3 und 4 für Inlandsflüge getroffen und der Flughafen sei geräumt worden. Ein Fluggast sagte AFP, er habe am Gate 403 gewartet und gesehen, wie Gate 401 getroffen wurde. Ein verletzter Reisender berichtete Reuters, ein Teil der Decke nahe einem Abfluggate sei eingestürzt. Nach Reuters löste das saudische Frühwarnsystem keinen Alarm aus. Diese Angaben lassen sich bislang nicht unabhängig prüfen.
Die Botschaften reagierten noch am Samstag. Die US-Vertretung erklärte nach Reuters, ihr seien Angriffe bekannt, und riet US-Bürgern dringend, den Flughafen und sein Umfeld zu meiden; die britische und die irische Botschaft sprachen von einem „schwerwiegenden Vorfall“, die kanadische von „anhaltenden militärischen Aktivitäten“. Das britische Außenministerium rät laut BBC Briten, dem Flughafen fernzubleiben, bis er gesichert ist. Das Auswärtige Amt riet nach AFP bis auf Weiteres dringend von der Nutzung des Flughafens ab und warnte vor weiteren Luftangriffen und Beeinträchtigungen des Flugverkehrs in Saudi-Arabien; auch Spanien warnte. Ein hochrangiger westlicher Diplomat sagte AFP, mehrere Botschaften hätten ihrem Personal Fahrten zum und vom Flughafen für die kommende Woche untersagt.
Präsident Donald Trump sagte vor dem Weißen Haus auf die Frage, ob die USA sich an saudischen Schlägen gegen die Huthi beteiligen, das könnten sie; man werde es prüfen und eine Entscheidung treffen, man handle sehr schnell, so Reuters. AP schreibt, es gebe bislang kein Anzeichen für ein militärisches Eingreifen der USA; Beamte sagten der Agentur, die US-Hilfe umfasse bislang Informationsaustausch, Zielidentifizierung und Planung. Die Außenminister Saudi-Arabiens und Omans sprachen nach Angaben des Königreichs am Samstag telefonisch über diplomatische Lösungen zur Deeskalation.
Nach Reuters sind alle Flüge nach Riad umgeleitet oder gestrichen worden; Kuwait Airways strich Verbindungen wegen der Schließung, Etihad und Qatar Airways strichen mehrere Flüge, einzelne Streichungen reichen bis Montag. Nach Gulf News betrifft das außerdem Emirates, flydubai und Air Arabia auf Strecken aus den Emiraten. Nach AP waren in den 24 Stunden bis Samstag mindestens 225 Flüge in Riad gestrichen, laut FlightAware; Flightradar24 meldete nach AFP 155 gestrichene Ankünfte, 161 gestrichene Abflüge und 222 Verspätungen. Die Organisatoren der in Riad anstehenden Energie- und Investitionskonferenzen erklärten nach Reuters am Samstag, die Veranstaltungen fänden wie geplant statt. Nach der New York Times beginnt am Sonntag der Weltenergiekongress, später im Monat folgt die Investitionskonferenz Future Investment Initiative.
Die von Saudi-Arabien geführte Koalition erklärte am Samstag nach Gulf News, sie habe in einer großangelegten Operation 136 militärische Ziele in Huthi-Gebieten zerstört; ihr Sprecher Turki al-Maliki sagte, die Operation habe Kämpfer und Fähigkeiten der Huthi getroffen. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht; AFP schreibt, die Angaben der Kriegsparteien ließen sich nicht überprüfen. Eine Äußerung der Koalition oder des saudischen Verteidigungsministeriums zum Angriff auf den Flughafen selbst fand sich in den ausgewerteten Berichten nicht.
Gegenüber früheren Berichten ist neu: Nach Reuters ist es der dritte Angriff dieser Woche auf den Flughafen Riad, und erstmals gibt es Berichte über mindestens zwölf Tote. Die Zahlen früherer Angriffe lassen sich nicht addieren. Der Bericht vom 8. Oktober hält drei getötete Saudis bei den Angriffen vom Donnerstag fest, auch NZZ und dpa nennen für Donnerstag drei Tote; Reuters beziffert die Toten der beiden früheren Angriffe dieser Woche auf vier. Saudische Stellen hatten am Mittwoch nach Al Jazeera drei Tote und 36 Verletzte bei früheren Angriffen auf die Flughäfen von Abha und Riad gemeldet. Der politische Rahmen, die Gegenoffensive des Jemen-Führungsrats, ist in diesem Bericht beschrieben, der Beistandsbeschluss von Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei in einem weiteren; der von den Huthi reklamierte Angriff auf eine Aramco-Anlage steht im Aramco-Bericht.
Offen sind die amtliche Zahl der Toten und Verletzten, der Schaden am Terminal, die Bestätigung des Urhebers durch saudische Stellen und die Frage, wann der Flughafen wieder öffnet.