Mittwoch, 21. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Iran verhandelt mit den USA erst nach Erfüllung seiner Bedingungen

Sicherheitsratssekretär Rezaei sagte das laut der halbamtlichen Agentur Mehr auch dem pakistanischen Vermittler Munir, Parlamentspräsident Qalibaf verwies auf die sieben Bedingungen. Angereichertes Uran soll im Land bleiben.

Iran will mit den USA erst verhandeln, wenn Washington die iranischen Bedingungen erfüllt hat. Das schrieb Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, am Dienstagabend auf X; angereichertes Uran werde nicht aus Iran gebracht. Dasselbe hatte er nach Angaben der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr zuvor dem pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran gesagt. Pakistan vermittelt zwischen beiden Seiten.

Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf, der das iranische Verhandlungsteam leitet, sagte Munir laut Mehr, Iran habe außer seinen sieben Bedingungen nichts Neues mitzuteilen. Nur wenn die USA sie erfüllten, könnten sie Irans Vertrauen zurückgewinnen. Die Verletzung des Memorandums von Islamabad durch Washington und die wiederholten Drohungen von Präsident Donald Trump hätten das Misstrauen vertieft. Zu den Bedingungen gehören nach dem Reuters-Bericht vom 20. Oktober ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen, die Aufhebung der Sanktionen gegen Irans Ölexporte und ein Ende der Kämpfe an allen Fronten der Region. Auch Präsident Masoud Pezeshkian empfing Munir.

Mit der Absage an einen Abtransport des Urans bekräftigt Rezaei nach Reuters die Linie des Obersten Führers Mojtaba Khamenei, nahezu waffenfähiges Material nicht ins Ausland zu geben. US-Vizepräsident JD Vance hatte Anfang des Monats verlangt, Iran müsse seine Kapazität zur Urananreicherung spürbar verringern, damit der seit acht Monaten dauernde Krieg enden könne. Westliche Staaten verweisen laut der Agentur auf die Anreicherung auf 60 Prozent, weit mehr als für zivile Zwecke nötig; für eine Waffe sind etwa 90 Prozent erforderlich. Iran bestreitet, Atomwaffen anzustreben.

An die sieben Bedingungen hatte Teheran die Öffnung der Straße von Hormus geknüpft. Am Dienstag hatte Bloomberg unter Berufung auf eine Person berichtet, die Verhandlungen liefen weiter, ein Abschluss stehe aber nicht bevor. Am selben Tag meldete Reuters unter Berufung auf drei hochrangige iranische Funktionäre und einen Insider, Teheran ziehe die Gespräche bewusst in die Länge, um Trump vor den Kongresswahlen am 3. November politisch zu schwächen; vor den Wahlen gebe es kaum Aussicht auf einen Durchbruch, wie Al-Monitor veröffentlichte. Munir verkündete in Teheran laut Mehr die Wiederöffnung der Grenze zwischen Iran und Pakistan.